Neues Schild an der Franzosenbrücke

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Michael Gerdsen, zuständiger Mitarbeiter des Fachamt Management des öffentlichen Raumes ist frustriert: Wiederholte Schmierereien kosten Zeit, Geld und Nerven.Foto: mn

Immer wieder kommt es zu Vandalismus

Billstedt. Manchmal tauchen gestohlene Dinge auch wieder auf und dann hat sich eine Erneuerung oft erledigt. So jedenfalls Ursula Groß vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung auf einer Sitzung des Forumsbeirats Billstedt Horn.
Dabei ging es nicht um Schmuck oder Autos, sondern um das Schild an der Franzosenbrücke über die Glinder Au. Das wurde in der Vergangenheit immer wieder beschmiert, gestohlen oder einfach abmontiert und in den nächsten Graben geworfen. Billstedter Bewohner hatten sich darüber beschwert, dass nach wie vor noch kein neues oder das alte Schild wieder aufgestellt wurde.
Doch diese Situation gehört jetzt der Vergangenheit an. Man fand das Schild in einem Graben und steht nun im alten Glanz an selber Stelle und erklärt mit weißer Schrift auf blauer Emaillegrund, was es mit der Überführung auf sich hat.
Mit dem Bau der Franzosenbrücke über die Glinder Au im Jahre 1802 bereitete nämlich der dänische König Christian VII. den Einmarsch der Truppen Napoleons 1806 in Hamburg vor.
1813 wurden Schiffbek und Kirchsteinbek dann wieder zum Kriegsschauplatz. Doch sowohl dieser als auch nachfolgende Kriege der letzten 200 Jahren konnten der Brücke nichts anhaben.
Sie steht nach wie vor wie ein Fels in der – wenn auch ziemlich kleinen – Brandung.
Heute queren Spaziergänger oder Radfahrer die 1969 restaurierte und unter Denkmalschutz gestellte Brücke, und wenn sie Zeit und Muße haben, erfahren sie über das neu aufgestellte Schild, auf welch geschichtsträchtigen Granitsteinen sie sich gerade bewegten.
Sisyphos in Billstedt
Doch Geschichte hin oder her, die Graffiti-Schmierer schrecken auch vor so einer historischen Brücke nicht zurück. Michael Gerdsen, zuständiger Mitarbeiter des Fachamt Management des öffentlichen Raumes, erklärt, dass es ein Fass ohne Boden sei, die ständig wiederkehrenden Schmierereien zu beseitigen.
2500 Euro würde es schätzungsweise kosten, allein die Farbe zu beseitigen. Hinzu käme noch die Versiegelung. „Doch wofür?“ fragte Herr Gerdsen. „Damit es wieder eine neue freie Fläche zum Beschmieren gibt?“ Mit diesen Worten nimmt er einen Lappen in die Hand und beseitigt die neuen Bekritzelungen auf dem alten Schild. (mn)
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