Niedrige Mieten als Chance für Horn

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In den Von-Dratelnsche Park am Bauerberg trauen sich manche Senioren wegen frei laufender Hunde nur noch selten
 
Vom „Runden Tisch“ zum Thema Horner Landstraße blieben Ladenbesitzer fern Foto: Jenssen

„Runder Tisch“ setzt auf Attraktivität für junge Leute

Horn. Wie kann man das Geschäftsviertel Horner Landstraße, in dem es seit geraumer Zeit viel Leerstand und wenig Hoffnung gibt, wieder auf die Beine stellen? Das war die zentrale Frage einer Diskussionsveranstaltung in der Gaststätte „Limnos“, zu der der Bürgerschaftsabgeordnete Hansjörg Schmidt (SPD) eingeladen hatte. Zwölf Bürger beteiligten sich engagiert an dem Gespräch und brachten zahlreiche Ideen und Anregungen ein. Die große Hoffnung ist der Strukturwandel im Viertel. Während in Zentrum der Stadt die Mieten drastisch weiter steigen, hat Horn den Vorteil, dass die Mieten noch erschwinglich sind. Außerdem werden weitere Wohnungen in Horn gebaut. Es bewirkt, dass immer mehr junge Menschen nach Horn ziehen. Deshalb, so der allgemeine Tenor in der Runde, müsse vor allem mehr für die die Jugend im Viertel getan werden. Wichtig wäre es, Treffpunkte für die jungen Menschen zu schaffen.

„Auch die Schanze lag mal am Boden“
In Horn blickt man (weit) nach vorn

Je besser die jungen Leute an den Stadtteil gebunden werden, um so schneller ihre Identifizierung mit Horn. Sie sollen selbst auf die Idee kommen, kleine Geschäfte in Horn zu eröffnen, Coffeeshops, vielleicht sogar Boutiquen und kleine In-Läden. „Auch das Schanzenviertel lag vor nicht allzu langer Zeit am Boden und hat sich zu einem beliebten Wohngebiet mit vielen interessanten Geschäften entwickelt“, berichtet Hansjörg Schmidt.

Kaum Angebote für Senioren

Allerdings – so weit ist Horn noch lange nicht. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde beklagten vehement die aktuelle Situation an der Horner Landstraße - und das vor allem für die älteren Menschen, die dort leben. So wie für die jungen Bewohner des Viertels gibt es auch kaum Angebote für Senioren. Von Nahversorgung kann keine Rede mehr sein. Um eine Geldinstitut aufzusuchen, müssen sie weite Wege auf sich nehmen. Nicht einmal mehr ein Bankautomat, an dem sie etwas Geld abheben könnten, steht in der Ladenzeile. Auch andere Geschäfte fehlen. So wünschen sich die Senioren außerdem ein Reformhaus, einen Gemüsehändler und gemütliche Cafés oder Eisdielen als Treffpunkte. Traurig: aus der ehemaligen Kegelbahn ist ein Swingerclub geworden
Ärgernisse neben den Rotlicht-
etablissements, Wettbüros und Spielhallen, die sich in dem Viertel angesiedelt haben, ist leider auch der Von-Dratelnsche Park am Bauerberg. In die wunderschön neu gestaltete Anlage mit einem großen Kinderspielplatz trauen sich kaum Kinder und Senioren aus der Umgebung. Eine alte Dame klagte: „Es gibt dort viele freilaufende Hunde, und die Hundehalter treffen sich dort fast jeden Tag zu großen Zechgelagen!“

Mehr Dialog mit Anwohnern

Immerhin: Ein Anfang ist gemacht. Hansjörg Schmidt (SPD) und seine Kollegen, junge Bezirkspolitiker, hörten sich die Wünsche der Anwohner an, und versprachen, zu helfen, wo es nötig ist. Zu tun gib es genug. Der Bürgerschaftsabgeordnete Schmidt ist in Horn aufgewachsen und wohnt dort. Er will mit den Vermietern reden, damit sie künftig mehr darauf achten sollen, dass Geschäfte in die Horner Landstraße kommen, die dort benötigt werden.
Hansjörg Schmidt: „Ich werde die Geschäftsleute und Anwohner künftig zu weiteren Diskussionsrunden einladen, um Horn wieder nach vorne zu bringen.“ Der nächste „Runde Tisch“ soll nach den Wahlen stattfinden, damit die Sache nicht in den Verdacht gerät, es handle sich um eine Wahlveranstaltung. (je)
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