Notbetten für Studenten

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Siegfried Oppermann (18) schläft in der Turnhalle im Studentenwohnheim „Gustav-Radbruch-Haus“ an der Borgfelder Straße. Als äußerste Notlösung können dort Studenten kostenfrei schlafen. Mehr als ein provisorisches Bett ist dort allerdings nicht zu finden. Fotos: Röhe

Wohnheime überfüllt - Notunterkünfte stoßen an ihre Grenzen

Borgfelde. „Die Wohnsituation in Hamburg ist katastrophal. Bestimmt 30 Besichtigungstermine habe ich hinter mir. Es gibt kaum bezahlbaren Wohnraum“, sagt Siegfried Oppermann. Der 18-Jährige hat in diesen Tagen sein Studium begonnen. Zusammen mit seiner Freundin möchte der junge Mann aus dem niedersächsischen Densen für die Zeit seines Studiums nach Hamburg ziehen. „Ich hab es auch in verschiedenen Studentenwohnheimen versucht, aber dort sind alle Plätze restlos ausgebucht“, ergänzt Siegfried Oppermann. Für den Biologie-Studenten kam nur eine Lösung in Frage: Das Notprogramm des Studierendenwerks Hamburg. Als absolut letzte Möglichkeit gibt es kostenfreie Schlafplätze in einer hauseigenen Turnhalle des Studentenwohnheims „Gustav-Radbruch-Haus“ an der Borgfelder Straße.
„Wir stellen den Studenten so genannte Last Minute Zimmer mit zehn Betten in neun Zimmern zur Verfügung. Bei großer Nachfrage können sie bis maximal acht Tage bei uns schlafen. Aber jetzt zum Semesterstart sind selbst diese Zimmer ausgebucht“, sagt Hausverwalter Martin Gehn-Muhsil. Deshalb greift das Studierendenwerk auf die etwa 300 Quadratmeter große Sporthalle zurück.
Jürgen Allemeyer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg: „Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von etwa 850 Euro und einem BAföG-Höchstsatz von 670 Euro wird deutlich, dass der Großteil der Studierenden auf preisgünstigen Wohnraum angewiesen ist. Während die Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt stetig steigen und Studierende kaum ein WG-Zimmer unter 350 Euro finden, bieten wir etwa 3.700 Studierenden preisgünstigen Wohnraum.“
Auch wenn das Motto lautet: „Niemand wird einfach weggeschickt, wenn er nicht weiß, wo er die Nacht verbringen soll“ – so bleibt das Nächtigen in der Turnhalle eine Notlösung. Auf provisorischen Betten mit mehreren fremden Personen zu schlafen ist nicht jedermanns Sache. (mr)


Mit 470 Beschäftigten unterstützt as Studierendenwerk Hamburg mit seinen Leistungen die Studierenden und die Hochschulen auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet: Hochschulgastronomie (in 13 Mensen, 11 Cafés und 6 Café Shops werden täglich bis zu 21.000 Gäste versorgt), Wohnen (23 Wohnanlagen mit etwa 3.940 Plätzen in Zimmern und Appartements, Wohnungsvermittlung), BAföG und Studienfinanzierung (jährlich knapp 80 Millionen Euro ausgezahlte BAföG-Fördermittel), Soziales & Internationales (Sozialberatung mit Notfonds, Studieren International, Studieren mit Handicap, Studieren mit Kind, fünf Kindertagesstätten).
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1 Kommentar
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Hans-Peter Fresdorf aus Ahrensburg | 25.10.2012 | 21:50  
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