„Ohrensausen“ in der Förderschule Pröbenweg

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Schüler der Klasse 4/5 und Lehrerin Gesche Albers zeigen stolz eine Fahne, die in wochenlanger Arbeit mit einem Raben als Motiv entworfen wurde. Etwa 20 Stück haben sie selbst hergestellt, die beim Ohrensausen auf dem gesamten Schulhof platziert waren. Fotos: Röhe

Musikveranstaltung stellt wichtigen Beitrag zur Integration behinderter Kinder dar

Hamm. Geplant war eine einmalige Aktion vor 20 Jahren: ein Musikfest für die Sonderschüler Hamburgs und alle anderen Schüler des Schulkreises. Mittlerweile ist es eine große Musikveranstaltung, die mehrere Hundert Besucher aus ganz Hamburg anzieht und alljährlich in der Förderschule Pröbenweg durchgeführt wird.


Das Konzept: Nur komplette Schulklassen dürfen kommen, das Fest dauert nur drei Stunden am Vormittag,
Musikgruppen verschiedener Schulen und bekannte Bands sorgen für ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Vor allem ist es friedliches, unterhaltsames Fest für Schüler, Lehrer und Eltern. Außerdem gibt es mehrere Discos auf dem gesamten Schulgelände. „Das `Ohrensausen` stellt einen wichtigen Beitrag zur Integration behinderter Kinder und zum gewalt- und drogenfreien Leben dar“, sagt Schulleiterin Ulla Kehl.
Das Musizieren der Schüler sei in Hamburg damals zu wenig gefördert worden. Zu selten kämen damals Kinder in den Genuss „handgemachter“ Musik. So kam die Schulleitung vor 20 Jahren auf die Idee zur Musikveranstaltung.
„Wir können den vielen interessierten Schülerbands und Tänzern eine Auftrittsmöglichkeit bieten. Das wird riesig angenommen“, sagt Ulla Kehl. Junge Musiker kommen mittlerweile aus dem ganzen Stadtgebiet und nehmen beispielsweise am Talentwettbewerb teil. „Die heißen Reifen“ von der Schule Hirtenweg, der Schule für Körperbehinderte, heizte dem Publikum so ein, dass sie mit ihren musikalischen Stücken tobenden Applaus ernteten. „Auf den Bandnamen sind wir gekommen, weil einige von uns im Rollstuhl sitzen“, sagte ein Musiker. Bei schönstem spätsommerlichen Wetter kamen etwa 3.000 Besucher zum diesjährigen „Ohrensausen“.
Schüler der Klasse 4/5 und Lehrerin Gesche Albers bastelten Fahnen, die vorab in wochenlanger Arbeit mit einem Raben als Motiv entworfen wurden. Etwa 20 Stück haben sie selbst hergestellt, die beim „Ohrensausen“ auf dem gesamten Schulhof platziert waren. „Ein Rabe deshalb, weil es für uns trotz guter Laune und Stimmung ein rabenschwarzer Tag ist. Wahrscheinlich wird unsere Schule geschlossen. Somit finden das Ohrensausen nicht mehr statt“, sagt Klassenlehrerin Gesche Albers. (mr)
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