Olympia wirkt nach

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Lewis Holtby wünscht sich die Olympischen Spiele in der Hansestadt Foto: Witters

HSV-Profi Lewis Holtby: Olympische Spiele können nachhaltigen Nutzen haben – wie in London

Von Frank Heike
Hafencity
Als Lewis Holtby im vergangenen Sommer nach Hamburg kam, setzten ihn die Verantwortlichen des Hamburger SV in einen dieser roten Doppeldecker-Busse und schickten ihn auf eine Stadtrundfahrt. „Ich kannte Hamburg bis dahin nicht“, sagt Holtby, „aber dann habe ich in 30 Minuten gesehen, was die Stadt schön macht: Hafen, Alster, viel Wasser und Grün, die unterschiedlichen Stadteilkulturen, die vielen kleinen Quartiere. Ich mag das.“
Und noch etwas gefällt dem derzeit an einem Schlüsselbeinbruch laborierenden Mittelfeldspieler: Die Überschaubarkeit Hamburgs. Gegen seine letzten Tätigkeitsbereich London sei Hamburg ein Dorf, sagt Holtby: „Aber ein sehr schönes.“ Und dieses Dorf könnte 2024 die Spitzensportler der Welt auf Zeit beheimaten. Lewis Holtby ist einer der HSV-Profis, die sich für Hamburg als Austragungsort Olympischer Spiele und Paralympics 2024 stark machen.
Er ist Olympia-„Experte“, vor allem zum Thema Nachhaltigkeit und Nachnutzung, weil er sich 2013 als Spieler Tottenham Hotspurs täglich davon überzeugen konnte, wie und ob die olympischen Sportanlagen denn nach Abreise der Stars genutzt würden. Holtby sagt: „Ich habe im Osten der Stadt etwa einen Kilometer vom Olympiazentrum entfernt gewohnt und bin auf dem Weg zum Training immer am Gelände vorbeigefahren. Da war immer etwas los. Die Sportstätten waren von Schulen belegt, Touristen spazierten vorbei. Jeder will sehen, wo Usain Bolt mal gelaufen ist.“
Als Sohn eines englischen Vaters und einer deutschen Mutter kennt der 24 Jahre alte Holtby beide Kulturen. Sowohl Londoner als auch Hamburger hält er für sehr sportgeistert. Er hat sich die Pläne der Hamburger Bewerbung mit dem Olympiastadion und dem Dorf am Kleinen Grasbrook angeschaut. Auf dem Papier sehe das schon beeindruckend aus. Dass gleich hinter der HafenCity das Herz Olympischer Spiele schlagen könne, begeistert Holtby: „Es ist alles gut zu erreichen und die Stadt wird automatisch größer und besser verbunden dadurch.“ Ohnehin schätzt er das neue Hamburger Viertel, die Mischung aus Tradition der Speicherstadt und Moderne der Neubauten. Mit den hier wohnenden Kollegen Zoltan Stieber, Matthias Ostrzolek, Slobodan Rajkovic und Ivo Ilicevic isst Lewis Holtby gern in den Restaurants der HafenCity. Und geht der Blick südwärts, kann er sich mit etwas Fantasie ja ausmalen, wie es 2024 dort aussehen könnte. Ob Hamburg der deutsche Bewerber wird, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 21. März. „Hamburg ist mit seiner Weltoffenheit geradezu prädestiniert für Olympia“, sagt Holtby, „das wäre die große Chance, international noch bekannter zu werden.“ Er selbst würde in neun Jahren gern als Zuschauer im Olympiastadion sitzen – beim 100-Meter-Lauf.
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