„Orsello“ läuft für Hamburg

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Lokalmatador Orsello (Dennis Schiergen) gehört zum erweiterten Favoritenkreis für das 144. Deutsche DerbyFotos: Frank Sorge

Lokalmatador vor dem Horner Derby in guter Form

Von Hans-Eckart Jaeger
Horn. Die Weichen für das 144. Deutsche Galoppderby am 7. Juli auf der Rennbahn in Hamburg-Horn sind gestellt. Als Sieger beim Derby-Trial am Sonntag in Bremen gesellte sich der dreijährige Hengst Protectionist unter Jockey Jozef Bojko zum erweiterten Favoritenkreis für das bedeutendste Dreijährigen-Rennen des Jahres in Deutschland. Ob er aber eine echte Gewinnchance hat, ist fraglich.
Klarer Sieganwärter ist der Schlenderhaner Ivanhowe, der unter Jockey Adrie van Vries vor einer Woche die Kölner Union für sich entschieden hatte. Nachdem der Niederländer sich im Training einen Fußbruch zugezogen hatte, wurde kurzfristig Italiens Championreiter Christian Demuro für den Favoriten verpflichtet. Der Hamburger Renn-Club rechnet am Derbysonntag mit mehr als 30.000 Zuschauern.
Wer kann Ivanhowe stoppen? Vielleicht ein Hamburger Vollblüter aus dem Rennstall von Renn-Club-Mitglied Rainer Hupe aus Seevetal. Der hat das Startgeld für seinen Hengst Orsello in Höhe von 7.500 Euro gerne bezahlt, gilt der Dreijährige doch als hoffnungsvoller Galopper, der immer besser wird. Sein Derbyreiter Dennis Schiergen, Sohn des mehrfachen Championjockeys Peter Schiergen, gehört zu den besten Amateurreitern in Deutschland. In der Kölner Union belegte Orsello den dritten Platz.
Die Rennbahn in Horn ist immer einen Besuch wert. Das war schon vor 100 Jahren so. Kurz vor dem 1. Weltkrieg war sogar Kaiser Wilhelm II. zu Gast beim Derbymeeting. Viele Jahre später saßen Bundeskanzler Helmut Schmidt und Bundespräsident Johannes Rau in der Tribünenloge und waren begeistert, wenn die Vollbüter an ihnen vorbei rasten. FDP-Chef Walter Scheel war sogar jahrelang oberster Galopper-Verbandspräsident.
Diese Zeiten sind vorbei. Doch die Prominenz fehlt nicht ganz. Die Fußballer des HSV haben ihr Herz für den Pferderennsport entdeckt. Nicht erst heute. Im vergangenen Jahr standen sie an den Rails, und am 3. Juli kommen sie wieder zum Spitzenereignis des deutschen Galopprennsports. Trainer Thorsten Fink ist dabei, und auch der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow hat sein Erscheinen zugesagt. Vor einem Jahr schaute der gesamte Bundesligakader vorbei, gab Autogramme und Interviews, schaute sich im Führring die Pferde an und gab auch ab und zu eine Wette ab. Nationaltorwart Rene Adler erwies sich dabei als ausgesprochener Pferdeexperte. Schließlich wuchs er in Leipzig auf und war später oft auf der dort gelegenen Rennbahn in Scheibenholz. Zwischen 17 und 19 Uhr werden die HSV-Spieler erwartet.
Das Derbymeeting (29. Juni - 7. Juli) bietet viele sportliche Höhepunkte an. An jedem der sechs Renntage wird ein
hochdotiertes Gruppenrennen gelaufen. Der Hamburger
Renn-Club rechnet mit
insgesamt 70.000 Zuschauern und einem Totoumsatz
von über drei Millionen Euro
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