„Ose-Palast“ war Treffpunkt für alle Kino-Fans

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1978: Nicht nur der Ose-Palast ist geräumt, auch die angrenzende Baracken wurden 1978 zum Abbruch für das neue Legiencenter vorbereitet Foto: Hans Bünning
 
2016: Bei der Eröffnung des Legiencenters gab es hier einen Baumarkt und später auch eine Rollerskatebahn Foto: Bünning
Hamburg: Billstedter Hauptstraße 8 |

Hamburger Geschichtswerkstatt rettete kunstvolle Fensterelemente. Teil 21 der Serie „Horn – damals und heute“

Von Gerd von Borstel und Gerd Rasquin
Billstedt
Im Rahmen unserer Serie „Horn – damals und heute“, in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Horn, gehen wir in der Folge 21 ein paar Schritte über die Stadtteilgrenze hinaus in das benachbarte Billstedt und schauen zurück in Richtung Horn. Hier war und ist nicht nur die Stadtteilgrenze – hier war bis zum Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 auch Hamburg zu Ende. Dahinter lag damals „Schiffbek“, erst ab 16. September 1927 „Billstedt“. Denn an dem Tag beschlossen die Gemeinderäte von Schiffbek, Öjendorf und Kirchsteinbek, sich als „Billstedt“ zu vereinigen. Die hinter dem „Legiencenter“ einmündende Legienstraße hieß darum auch lange Zeit „Hamburger Grenze“, bevor sie 1929 nach dem Gewerkschaftsfunktionär Carl Rudolf Legien benannt wurde.


Die historische Aufnahme stammt von 1978 und zeigt das damals letzte Kino in Horn und Billstedt: den Ose-Palast. Schon 1910 wurde an dieser Stelle im Salon „Zum Schleswig-Holsteinischen Wappen“ als „Kinematographen Palast Theater“ ein Saal-Kino betrieben. In der Folgezeit hieß es dann „Neu Schiffbeker Kino“. 1926 übernahm die Seefeld Kino-Zentrale das Gebäude und baute es um. 1928 eröffnet Otto Seefeld hier sein 630 Plätze fassendes Kino und taufte es seinen Initialen entsprechend „Ose-Palast“. Den Krieg überstand das Kino ohne Schäden und durfte ab September 1945 wieder öffnen. 1957 wurde das Kino noch einmal grundrenoviert und bekam sogar einen Cinemascope-Breitbild-Projektor, bevor es dann am 1. Juni 1978 seine Pforten schloss und bald darauf abgerissen wurde. Als letztes Kino für die Stadtteile Hamm, Horn und Billstedt blieb das Tivoli an der Eiffestraße bis 1983 erhalten, bevor dann in Billstedt ein kleines Kino-Center entstand. Auf dem nun freien Gelände zwischen Kreuzkirchenstieg und Legienstraße wurde ein neungeschossiger Wohnblock errichtet, in dessen Keller- und Erdgeschoss ein Einkaufszentrum mit dem Namen „Legiencenter“ integriert wurde. Die größte Fläche davon nutzte der Obi-Baumarkt. Später eröffnete im Untergeschoss das „Roller Skating Universum“ mit Diskothek, in der DJ-Urgestein „Vossi"“auflegte.

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