Oststeinbek trifft Südafrika

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Barbara Ulrichs und Eila Buhr (re.) engagieren sich in der Roosboom-Gruppe – Aktion Bundesschluss in Oststeinbek Foto: Möller
 
Die Oststeinbekerinnen Eila Buhr (2.v.l.), Gertrud Weishaupt (Mitte) und Barbara Ulrichs (re.) bei der Einweihung des neuen Gemeinschaftshauses Foto: Möller

Große Jubiläumsfeier „30 Jahre Roosboom-Gruppe“ am 14. Juni

Von Christa Möller
Oststeinbek
Apartheid in Südafrika: Damals war es für die weißen Afrikaner „unzumutbar“, auf dem Weg zum indischen Ozean an einer Schwarzen-Siedlung vorbeifahren zu müssen. Die Streusiedlung Roosboom nahe der Stadt Ladysmith zwischen Johannesburg und Durban war einer von vielen Orten, deren Bevölkerung damals in sogenannte Townships umgesiedelt wurde. Die Bewohner mussten nicht nur ihre Häuser, die zerstört wurden, sondern auch ihre Felder aufgeben. Unermüdlich kämpften sie um die Rückkehr. Unterstützung bekamen die Südafrikaner von der „Aktion Bundesschluss – Gemeinsam für Gerechtigkeit“, die gegen die Zwangsumsiedlungen protestierte. Der Name geht zurück auf einen Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen 1983 in Vancouver, sich zu einem Bund für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zusammenzuschließen.
Nach dem Ende der Rassentrennung lösten sich allerdings viele der Bundesschlussgruppen auf. Heute existieren noch elf, die Menschen in verschiedenen südafrikanischen Orten unterstützen. Eine davon ist die „Roosboom-Gruppe/ Aktion Bundesschluss“ der evangelischen Auferstehungskirche in Oststeinbek. Hier engagiert sich auch Eila Buhr ehrenamtlich. „Ich habe die Idee vor 30 Jahren in die Kirchengemeinde gebracht“, sagt die inzwischen 81-Jährige, die sich, ungeachtet ihres Alters, immer noch um die Schwarzen in Roosboom gemeinsam mit 19 weiteren Aktiven kümmert. Das Altersspektrum der Gruppe reicht von „jung pensioniert“ bis 83 Jahre. „1991 bestand die Möglichkeit, dass die Menschen zurücksiedeln konnten“, erinnert sich Eila Buhr, die damals als Mitglied einer übergemeindlichen Delegation in Südafrika Kontakt zu einer alten Lehrerin bekam, die ihr die Geschichte von Roosboom erzählte.
Von Anfang an unterstützte der Kirchenvorstand die Arbeit der Gruppe. Dessen Vorsitzende Barbara Ulrichs ist wie Eila Buhr seit 1985 für Roosboom aktiv. Beide waren schon öfter in Südafrika. Viele langjährige Kontakte sind entstanden. Aus dem Engagement der Oststeinbeker und der Menschen in Roosboom wurde ein partnerschaftliches Miteinander. Die beiden Frauen kommen gerade von einem Besuch mit weiteren acht Gruppenmitgliedern zurück, den Barbara Ulrichs organisiert hatte. Die Kosten haben natürlich alle selbst getragen. „Die Gastfreundschaft war überwältigend, es ist eine große Bereicherung, so etwas kennenzulernen und auf Augenhöhe miteinander umzugehen.“ Noch immer wohnen viele Roosboomer in ärmlichen Verhältnissen und teils in Wellblechhütten. „Ich habe auch eine Kirche in einer Blechhütte besucht“, berichtet Eila Buhr. Die Mitglieder der Oststeinbeker Reisegruppe lebten bei einheimischen Familien in Roosboom, wo (Trink-)Wasser aufgrund der Trockenheit ein wertvolles Gut ist. Das Frühstück bestand gewöhnlich aus Maisbrei, außerdem kamen häufig Geflügel und Ziegenfleisch auf den Tisch. Schon beim ersten Gegenbesuch der Südafrikaner in Oststeinbek waren diese verwundert, dass sie „ganz normal an unserem Leben teilnehmen konnten. Das war für sie ein großes Erlebnis. Die Roosboom-Gruppe hat 2010 den ersten Kindergarten in dem 8.000 Einwohner zählenden Ort errichtet
Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die Gruppe am 14. Juni in der Auferstehungskirche mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr. Weitere Informationen: 040/ 714 868 10
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