Parken in Billstedt nur gegen Gebühr

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Die Parkgarage im Einkaufszentrum ist deutlich günstiger als das Abstellen an der Reclamstraße. Die Parkgarage im Einkaufszentrum ist deutlich günstiger als das Abstellen an der Reclamstraße Foto: fbt
Hamburg: Reclamstraße |

Autofahrer müssen an der Reclamstraße ab sofort bezahlen

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Seit vergangener Woche kosten die 223 Parkplätze an der Reclamstraße in Billstedt Gebühren. Die Autofahrer sind irritiert, der Landesbetrieb Verkehr verteidigt die Regelungen, der Billstedter SPD-Abgeordnete Frank Ramlow nennt das Geschehen „blankes Chaos“. Wer vor einer Woche den Parkplatz Reclamstraße beobachtete, konnte viele sichtlich irritierte Autofahrer treffen. Denn über Nacht wurde auf dem Parkplatz, wo bisher kostenfreies Parken erlaubt war, ein Gebührenautomat aufgestellt. Nun müssen Autofahrer tief in die Tasche greifen. Sechs Minuten kosten 20 Cent, für 180 Minuten sind sechs Euro fällig, länger als drei Stunden darf hier kein Auto stehen. Gebühren sind an Werktagen von 9 bis 20 Uhr fällig.

Das „blanke Chaos“

Konstantin Hartmann (31), Aufzugmechaniker aus Billstedt, parkt normalerweise sein Dienstauto hier. Nun will er sich einen anderen Platz suchen. Dass es jetzt an der Reclamstraße Gebühren kostet, findet er „sehr schlecht“. Nicht nur der Billstedter Hartmann reagiert verärgert. Eine Mutter aus Mümmelmannsberg, die ihren Sohn zur Ergotherapie brachte, ging weiter, ohne Parkgebühr zu bezahlen.
Ein anderer Mann reagierte empört auf den Automaten für die Parkscheine: „Was ist das denn? Das ist kleinlich!“ Es gebe auch Leute in der Nachbarschaft, die hier wohnten und einen Parkplatz bräuchten. Das Autoabstellen in der Innenstadt sei ja preiswerter als hier in Billstedt. Auch der SPD-Abgeordnete Frank Ramlow hat sich den nun gebührenpflichtigen Parkplatz angesehen: Es herrscht das „blanke Chaos“, erklärte er dem Hamburger Wochenblatt, Beschwerden lägen allerdings bei ihm noch nicht vor. Der für die Bewirtschaftung zuständige Landesbetrieb Verkehr (LBV) hatte Flyer unter viele Scheibenwischer gesteckt, die „für mehr Parkgerechtigkeit“ warben. Nach LBV-Angaben hat der Reclam-Parkplatz eine Kapazität von rund 223 Plätzen.

LBV: Einkaufskunden sollen parken können

LBV-Abteilungsleiter Uwe Thillmann erklärte, mit der Bewirtschaftung sollten Kunden der Post, der Geschäfte, und des Kundenzentrums die Möglichkeit erhalten, einen Parkplatz zu finden. Durch die Bewirtschaftung werde sich die „Gesamtparksituation positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken“. Für die Mitarbeiter der angrenzenden Geschäfte: Parkraum stehe in den umliegenden Straßen zur Verfügung, so dass die Beschäftigten des Paketzentrums lediglich etwas weiter laufen müssten – mit den dortigen Mitarbeitern seien keine extra Regelungen getroffen worden. Die Parkraumüberwacher des LBV werden laut Thillmann auch hier tätig werden. Weitere Parkplätze seien derzeit nicht zur Bewirtschaftung vorgesehen, allerdings ließe sich für die Zukunft „nicht ganz ausschließen, dass weitere Bewirtschaftungsbereiche hinzukommen“.

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5 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 24.01.2017 | 10:41  
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V. Garth aus Billstedt | 26.01.2017 | 16:08  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 26.01.2017 | 19:20  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 26.01.2017 | 19:51  
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V. Garth aus Billstedt | 26.01.2017 | 23:08  
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