Pfandflaschen ins Rohr

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Hildegard Jürgens, SPD, und Mathias Gößling von der Initiative „Pfand gehört daneben“ freuen sich über das erste offiziell genehmigte Pfandrohr in Deutschland. Der Test-Behälter stammt aus Schweden. Der Schriftzug „Pantamera“ ist schwedisch und heißt: „Gib mir Pfand“Foto: Lisa Krog/wb

Pilotprojekt für Leergut startet auf Billstedter Marktplatz

Von Mike Neschki
Billstedt. Der Stadtteil als Testgebiet. Mitten auf dem Billstedter Marktplatz hängt bis Ende Februar das deutschlandweit erste offiziell genehmigte Pfandrohr. Der schmale grüne Metallbehälter fasst maximal fünf Pfandflaschen oder Dosen. Ziel ist es, dass Menschen, die Pfandflaschen sammeln, nicht mehr den Müll in den Tonnen durchwühlen müssen.
Läuft die viermonatige Testphase erfolgreich könnten ähnliche Projekte in weiteren deutschen Städten starten. Auch in Hamburg sollen dann noch mehr Pfandrohre montiert werden. Auch der HVV hat sein Interesse an dem Projekt bereits bekundet. Laut Timo Stiritz, Referent der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Hildegard Jürgens, könnten Bushaltestellen mit dem Sammelbehälter ausgestattet werden.
Die Bürgerschaftsabgeordnete Hildegard Jürgens, SPD, hat die Aktion initiiert. Sie hörte von der Initiative „Pfand gehört daneben“ aus Münster, die versucht, das in Schweden erfolgreiche Modell in Deutschland zu etablieren –und war begeistert. „Jedes Jahr landen in Deutschland Pfandbehälter im Wert von 172 Millionen Euro im Müll“, sagt Jürgens. „Der Unterschied zwischen arm und reich zeigt sich selten so deutlich wie beim Pfand. Für die einen sind acht, 15 oder 25 Cent so wenig, dass sie es sich leisten können, ihre Dosen und Pfandflaschen in den Müll zu werfen. Für die anderen ist das Pfand so wertvoll, dass sie es auf sich nehmen, im Müll zu wühlen. Das ist nicht nur demütigend, sondern durch die Glassplitter der zerbrochenen Flaschen auch gefährlich“, findet die SPD-Politikerin. Fast ein Jahr hatte es gebraucht, bis Jürgens mit ihrer Idee Erfolg hatte, und das Projekt von den Behörden genehmigt wurde.
In das Pfandrohr kann jeder Pfandflaschen einwerfen oder sich daraus bedienen. Der Erfolg hängt von der künftigen Nutzung ab. „Und davon, dass es ordentlich benutzt wird“, sagt Hildegard Jürgens. Soll heißen, dass kein Glasbruch entsteht oder der Behälter zugemüllt wird. Bis Februar läuft die Testphase, in der auch Anwohner und Passanten befragt werden sollen.

Infos unter pfand-gehoert-daneben
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