Plastik ist das Problem

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Diese Kinder sammelten den Müll: Nach einer Stunde türmten sich bereits die vollen Tüten zu einem riesigen Berg auf Foto: kg

Projekt ElbXperience: Piraten erleben und schützen den Fluss

Von Karen Grell
Rothenburgsort
Wären da nicht die Kinder von den Entenwerder Ebpiraten, würde der Müll noch überall in den Gebüschen am Elbufer liegen. Im Rahmen der Aktionswoche „Hamburg räumt auf“ haben sich 160 Grundschüler der Fritz-Köhne-Schule auf den Weg gemacht, um den Abfall aufzusammeln, den Passanten achtlos weggeworfen haben. Schwerpunkt: Plastikmüll. „Ich verstehe nicht, warum die Leute ihren Müll nicht einfach in den nächsten Abfalleimer werfen“, meint Tamara, die es schlimm findet, dass so viel Dreck hier in den Grünzonen herumliegt, wo sich die Rothenburgsorter doch eigentlich erholen sollen. „Papierkörbe gibt es hier an jeder Ecke“. Weil Entenweder zum Flutsaum der Elbe zählt und das Ufer ständig überflutet wird, wird auch viel Müll an-, aber auch mit weggespült. Ein Problem dabei stellt der Plastikmüll dar. „Die Fische fressen den Plastikmüll, der in der Elbe landet und somit gerät es auch auf unsere Teller“, weiß Abigail, die sich zusammen mit ihren Mitschülern genau zu dem Thema der Gefahren durch Plastikabfälle informiert hat. Gelernt haben die Schüler aus dem Stadtteil auch, dass 80 Prozent des Meeresmülls vom Land kommt: Menschen werfen alte Plastiktüten, Verpackungen und andere Kunststoffe am Elbufer fort und so gelangt der Müll durch die Nahrungskette irgendwann auch in die Produkte, die von den Menschen verzehrt werden. Außerdem ist Plastik sehr langlebig. Birgit Mieding, Leiterin des Projekts ElbXperience, erklärte den Kindern, dass eine Plastikflasche mehrere hundert Jahre braucht, bis sie sich aufgelöst hat.

Segeln und Forschen an der Elbe


Das Projekt „ElbXperience“ ist Teil des Programms der Entenwerder Elbpiraten. Der Anfang 2015 gegründete Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder aus Rothenburgsort und Entenwerder kostenlos an den Segelsport heranzuführen. Das Projekt wurde von dem Unternehmer Thomas Friese und seiner Tochter Alexandra ins Leben gerufen und wird von ihnen auch weiter unterstützt. Jeden Freitag treffen sich die Schüler aus der Grundschule Rothenburgsort am „Goldenen Pavillon“ auf der Elbpontonanlage. Parallel zu den Wassersportkursen will Birgit Mieding mit dem Projekt das naturwissenschaftliche Interesse der Grundschulkinder fördern. Zwei Camps veranstaltet sie dieses Jahr: Morgens lernen die Kinder segeln, nachmittags machen sie Experimente und Exkursionen. „Wir werden uns mit dem Phänomen Wetter beschäftigen“, kündigt Mieding an. Die Kinder werden unter anderem eine Wetterstation aufbauen. Da sind auch einige der kleinen „Müllsammler“ wieder mit dabei.

Weitere Informationen unter Telefon 71 66 19 82 ider www.birgit-mieding.de
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