Produktionsschule schließt

Anzeige
Stephan Müller hat für den Träger der Produktionsschule, den Verein Beschäftigung und Bildung e.V. (B+B), Insolvenzantrag gestellt Foto: güb
 
Kerstin Gröhn (SPD) hat einen Antrag im Regionalausschuss Billstedt eingebracht, in dem der Erhalt der Produktionsschule gefordert wird. Er wird von allen Fraktionen unterstützt Foto: güb

Träger meldet Insolvenz an / Vergebliches Warten auf HAB

Von Günther Brockmann
Mümmelmannsberg. Der Träger der Produktionsschule Billstedt/Horn, der Verein Beschäftigung und Bildung (B+B), hat einen Insolvenzantrag gestellt. Im Zuge dieses Insolvenzverfahrens wird die Produktionsschule am Asbrookdamm 13 im Stadtteil Mümmelmannsberg am 31. Juli aufgeben.
„Der Standort der Produktionsschule in Billstedt/Horn muss erhalten bleiben“, fordert mit Nachdruck Kerstin Gröhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion Mitte. Ihrer Forderung schlossen sich einstimmig alle Fraktionen im Regionalausschuss Billstedt an.
„Hamburgs Osten braucht Angebote wie die Produktionsschule, um junge Menschen abseits der regulären Bildungswege zu einer guten Ausbildung zu verhelfen. Jetzt gilt es, einen geeigneten Träger zu finden, der den Schulbetrieb schnellmöglich wieder aufnimmt“, fügt sie hinzu.
Die Chancen sehen gut aus. „Wir suchen händeringend nach einem neuen Träger. Wir wollen auf jeden Fall alles daran setzen, die Produktionsschule für Billstedt zu erhalten. Sie ist sehr wichtig für den Stadtteil“, betonte Peter Albrecht, Pressesprecher der Schulbehörde gegenüber dem WochenBlatt.
Stephan Müller, Geschäftsführer des Trägers B+B der Produktionsschule, erklärt: „Wir sind im Januar am Asbrookdamm eingezogen und hatten damit gerechnet, dass die Hamburger Arbeit Beschäftigungsgesellschaft als Mieter mit uns hier auch einzieht.
Stephan Müller vom Verein Beschäftigung und Bildung wollte sich die Miete für die Produktionsschule mit der Hamburger Arbeit Beschäftigungsgesellschaft (HAB) teilen. „Doch die HAB hat sich einen anderen Standort gesucht. Wir konnten die für uns zu hohe Miete an die Sprinkenhof AG nicht mehr zahlen, daher unser Insolvenzantrag“.
Die Produktionsschule ist eine Einrichtung der Berufsvorbereitung für schulpflichtige Jugendliche, die nicht über die erforderliche Betriebs- und Ausbildungsreife verfügen und von denen zu erwarten ist, dass sie die schulischen Angebote der Berufsvorbereitung nicht annehmen werden. Produktionsschulen sind keine Schulen im Sinne des Hamburgischen Schulgesetzes, sondern Einrichtungen, die von Bildungsträgern in freier Trägerschaft betrieben werden. Im Rahmen einer möglichst engen Kooperation zwischen der Produktionsschule, allgemeinbildenden Schulen, beruflichen Schulen sowie Betrieben in der Region sammeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erfahrungen, die ihre berufliche Orientierung und damit den Weg in die Ausbildung oder Beschäftigung ermöglichen und fördern sollen.

Aufnahme gestoppt

Die Produktionsschule bietet Qualifikationsmöglichkeiten in folgenden Bereichen an: Handwerkliche Dienstleistungen in den Bereichen Holz, Metall und Textil sowie soziale Dienstleistungen in den Bereichen Hauswirtschaft und Schulküche wie auch für Büro und Verwaltung. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Produktionsschulgeld von 110 Euro im Monat. Die Aufnahmekapazität der Produktionsschule Billstedt/Horn umfasst 50 Teilnehmer. Zurzeit sind 39 junge Leute an der Schule.
„Wir haben die Aufnahme wegen der augenblicklichen Situation aber gestoppt“, erklärt Geschäftsführer Müller. Im Durchschnitt liegt die Verweildauer in der Produktionsschule bei einem Jahr. Mit einer Bescheinigung über einen Schulabschluss oder über erworbene Qualifikationen verlässt man in der Regel die Schule. (güb)
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
803
Erich Heeder aus Billstedt | 02.05.2013 | 16:37  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige