Prominente im Stadtteil

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Jedes Jahr wird am 18. Januar der Geburtstag von Arno Schmidt vor seinem Wohnhaus gefeiert. Foto: hfr

Schriftsteller, Künstler oder Kaufleute lebten und wirkten in Hamburg-Hamm

Der Verleger Gerd Bucerius oder der Journalist Hanns-Joachim Friedrichs haben in Hamburg gewirkt. Sie alle haben einen guten Ruf, und sie alle sind gebürtige Hammer.
Zugegeben, Hamm in Westfalen ist gemeint, aber wir echten Hammer aus dem Hamburger Osten haben auch einiges an überregionaler Prominenz zu bieten. Der bedeutendste Hammer bleibt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. Der Begründer der Inneren Mission, der Diakonie, ist so etwas wie der erste christliche Sozialarbeiter. Sein Name wird ewig mit dem Rauhen Haus in Horn und der Dreifaltigkeitskirche in Hamm verbunden bleiben, aber auch die Wichernkirche am Wichernsweg und die Wichernschule führen ihre Namen ihm zu Ehren.
Wie Wichern selbst liegen auch viele namhafte Hammer Persönlichkeiten oder Persönlichkeiten, die durch ihr Wirken mit Hamm verbunden sind, auf dem Alten Hammer Friedhof begraben. Und viele von ihnen gehören zum Umkreis Wicherns, an der Spitze Karl Sieveking, der umtriebige Senatssyndikus, dem durch geschockte Heiratspolitik und Grundstückserwerb halb Hamm gehörte und der Wichern finanziell unterstützte und so das Rauhe Haus erst möglich machte. Dazu gehört auch Sievekings Cousine Amalie, wie auch Wicherns weibliches Gegenstück Elise Averdieck, dazu gehören Sievekings Schwiegervater Jean de Chapeaurouge und dessen Vater Jacques, dazu gehört auch der Architekt Alexis de Chateuneuf. Zur nationalen Prominenz gehören die zuletzt genannten Herren gleichwohl eher nicht.
Der größte Hammer des 20. Jahrhunderts, noch dazu tatsächlich ein gebürtiger, ist Arno Schmidt. Der spätere Schriftsteller, Essayist und Übersetzer von Wilkie Collins und Edgar Allan Poe, verbrachte seine Kindheit am Rumpffsweg. Heute gilt der Autor von „Zettels Traum“ als schwer zugänglich und schwer lesbar, aber als Genie. Von allen Hammern dürfte er, gebürtig aus Recklinghausen, den größten Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad besitzen. In den 1950er-Jahren wurde er zum Film- und Fernsehstar mit Auftritten etwa in „Rosen für den Staatsanwalt“, „Drei Mann in einem Boot“ oder „Das Vermächtnis des Inka“. Walter Giller. Und noch ein großer Schauspielername ist mit Hamm verbunden: Helmut Griem, später Münchner Theaterlegende und im Film neben Liza Minelli in „Cabaret“ oder Romy Schneider zu sehen, lebte in Horn, ging in Hamm zur Schule. Der bedeutendste lebende Hammer? Wenn man ihn denn als solchen bezeichnen darf: John Neumeier, Hamburger Ehrenbürger, mit seiner Ballettschule in der Caspar-Voght-Straße. (hfr)
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