Rad(schnell)weg in Hamm getestet

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Die Fahrradstraße lädt Radler zum Schnellfahren ein. Ältere Fußgänger sind auf dem Streifen oft unsicher Foto: mdt

Fußgänger sind an der Burgstraße klar im Nachteil. SPD will nachbessern

Von Marco Dittmer
Hamm
Nun soll doch nachgebessert werden: Nur zwei Monate nach der 2,5 Millionen Euro teuren Neugestaltung der Kreuzungen zwischen Sievekingdamm und Borgfelder Straße will die SPD in Hamm beim Fahrradweg nacharbeiten. „Die neue Fahrradstraße ist ein Fortschritt. Sie ist aber auch etwas ungewöhnlich, besonders für Fußgänger“, sagt Dirk Kienscherf (SPD), der Mitglied im Regionalausschuss ist. Zwei Piktogramme sollen auf der rotgefärbten Fahrradstraße vor Fußgängern warnen, die die Bahn kreuzen. Ein Besuch vor Ort zeigt, dass es an der Stelle schnell brenzlig werden kann. Vor allem, wenn Busse an der Station halten und Dutzende Fahrgäste auf einmal über den Radstreifen gehen wollen. Besonders gefährlich wird es, wenn Radfahrer Richtung stadtauswärts auf die Haltestelle zu fahren. Sie können durch die beiden Wartehäuschen kaum erkennen, ob sich dort Fahrgäste aufhalten. Detlef Söhl ist Stadtteilpolizist und kommt auf seiner Streife täglich an der Stelle vorbei: „Hier müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen. Fußgänger müssen sicher sein, dass sie keinen Radfahrer behindern, bevor sie den Radweg betreten. Radler müssen aber auf Höhe der Bushaltestelle mit Fußgängern rechnen und deutlich langsamer fahren“, sagt Söhl vom PK 41. Laut Polizei wurden bis Ende Februar keine Unfälle an der Station aufgenommen. Doch vor allem viele ältere Menschen fühlen sich unsicher. Sie haben Angst, unbedacht auf den Radweg zu treten und mit einem Radfahrer zusammen zu stoßen. Ob Piktogramme sie beruhigen werden, ist zumindest fraglich.

Der Rad-Reporter Marco Dittmer:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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3 Kommentare
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Kurt Hoffmann aus Hamm | 24.03.2016 | 13:18  
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Jan Hacke aus Hamm | 24.03.2016 | 22:32  
130
Kurt Hoffmann aus Hamm | 25.03.2016 | 09:41  
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