Reclamstraße: Parkgebühren schrecken ab

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Seitdem der Parkplatz an der Reclamstraße kostenpflichtig ist, gibt es hier reichlich freie Plätze Foto: fbt
 
Der Wochenmarkt in Billstedt ist beliebt und zieht viele Kunden an Foto: fbt
Hamburg: Reclamstraße |

Gähnende Leere in Billstedt. Wochenmarkthändler sind in Sorge

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Der Parkplatz an der Reclamstraße steht tagsüber jetzt zu großen Teilen leer, seitdem dort Parkgebühren verlangt werden (das Wochenblatt berichtete). Bisherige Nutzer erzählen von Debatten mit Nachbarn, in deren Straßen sie jetzt stehen. Falko Droßmann ist als Bezirksamtsleiter Mitte zwar für die Parkraumbewirtschaftung nicht zuständig, erinnert aber daran, dass es die Überlegung gebe, den Parkplatz Reclamstraße teilweise zu bebauen. Die Kritik an der Parkraumbewirtschaftung hält dennoch an. Unsere Leserin Vera Briegert (75) hat sich an Bürgermeister Olaf Scholz gewandt. Sie kritisiert die Preisgestaltung: sechs Euro für drei Stunden am Parkplatz Reclamstraße seien Wucher.

Brief an Olaf Scholz


Frau Briegert schreibt an den Bürgermeister, sie könne schwere Einkaufstaschen nicht mehr zur U-Bahn oder nach Hause tragen – also werde sie nun nach Oststeinbek fahren, weil sie dort kostenlos parken könne. Preise könne man auch anders gestalten: Die erste halbe Stunde Parken an der Reclamstraße solle kostenlos bleiben, für die zweite 20 Cent verlangen und nach einer Stunde 50 Cent fordern – nach der zweiten Stunde dann einen Euro stündlich. Den Brief haben knapp 20 weitere Menschen unterzeichnet. Senatssprecher Jörg Schmoll sagt auf Anfrage, die Beantwortung sei in Bearbeitung und werde an die Leserin persönlich gerichtet sein. Vera Briegert macht im Gespräch mit dem Wochenblatt außerdem darauf aufmerksam, dass die Parkgebühren auch für die Händler des Wochenmarkts einschneidende Folgen haben.

Händler betroffen


Fischhändlerin Sabine Sümenich (54) kommt mit dem Pkw morgens aus Lübeck und muss sich in irgendeiner Nebenstraße einen Platz suchen. „Es sind viele betroffen“, sagt sie über die Situation der Händler, morgens um sieben Uhr sei das angrenzende Parkhaus zu und sie könne nicht wegen der Parkgebühren alle drei Stunden zum Parkplatz laufen. „Für mich ist das der beste Markt“, sagt die Händlerin über Billstedt. „Wenn das kaputtgeht, bin ich am Ende.“ Am Rande des Marktgeschehens ist eine ganze Batterie Transporter und Lkw geparkt, mit dem Pkw dürfe sie das nicht, erläutert die Händlerin noch. Folgen haben die Parkgebühren auch für Postbote Rainer Langfeldt (59). Er kommt jeden Morgen von außerhalb und hat jetzt riesige Probleme, in der Nachbarschaft einen freien Parkplatz zu finden. Langfeldt und seine Kollegen fahren weite Strecken, um ihr Fahrzeug abzustellen. Er kennt Gerüchte, dass auch im Frobeniusweg und der Billstedter Hauptstraße Parkuhren geplant seien. Uwe Thillmann vom Landesbetrieb Verkehr (LBV) dementiert: In Billstedt seien „weitere Maßnahmen“ zur Parkraumbewirtschaftung zurzeit nicht geplant. Aus dem Regionalausschuss Billstedt ist indes zu hören, man wolle sich mit dem Parkplatz Reclamstraße befassen – Details dazu sind aber noch nicht zu erfahren.

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2 Kommentare
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peter walter aus Billstedt | 18.02.2017 | 10:43  
7
christian Götsch aus Horn | 18.02.2017 | 17:12  
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