Risse, Schlaglöcher und lebendiger Untergrund: Billstedts Straßenzustand mehr als bedenklich

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Anwohner beklagen sich über den Straßenzustand bei Mehmet Yildiz (DIE LINKE).
Die Einwohner von Billstedt werden das Problem kennen: Das Überqueren der Straße kommt einen Aufstieg gleich, gleichzeitig muss man am Straßenrand auf die immer größeren und häufiger vorkommenden Pfützen aufpassen. Und wenn die Straßen noch nicht von derartigen Baumängeln betroffen sind, entsteht schon morgen einer neuer tiefer Riss in der Asphaltdecke. Diese Beschreibungen passen wohl auf eine Vielzahl der bekanntlich maroden und baufälligen Straßen Billstedts.

Besonders in der Siedlung in Kaltenbergen wird der allgemeine Zustand der Straßen immer schlimmer. Mitte der siebziger Jahre wurde hier auf den Areal einer ehemaligen Kiesgrube die Siedlung erbaut. Dabei wurde die Grube mit Tierkadavern, organischen Materialien und Abfällen "gefüllt", sodass bis heute der Untergrund nicht zur Ruhe gekommen ist. Ergebnis sind zahlreiche Risse auf den Straßen, die maximal notdürftig geflickt werden, ehe sie nicht mal ein Jahr später erneut aufreißen. Besonders pikant: Einige Risse werden auch gar nicht mehr behoben, sodass sie mittlerweile bis zu 50 cm tief geworden sind.

Mehmet Yildiz (DIE LINKE), Bürgerschaftsabgeordneter für Billstedt hat dies zum Anlass genommen, eine Schriftliche Anfrage an den Senat zu stellen. Ergebnis: Für ganz Billstedt, das über satte 123 km Straßennetz verfügt, stehen nicht einmal 110.000 € pro Jahr für Instandsetzungsmaßnahmen zur Verfügung. „Bei einer so großen Straßendichte und einer solchen Bevölkerungszahl ist es inakzeptabel, dass so wenig Mittel für die Sanierung zur Verfügung stehen. Es wird offensichtlich, dass der rot-grüne Senat Stadtteile wie Billstedt vernachlässigt.“ Yildiz verweist auf üppigen Mittel des Bundes, die deutlich höher ausfallen: „Für die Gunderneuerung der A1 vom Kreuz Ost bis zur Anschlussstelle Billstedt hat der Bund fast 13 Millionen Euro gezahlt. Dagegen sind die jährlichen 110.000 Euro der Stadt für das gesamte Straßennetz nicht mehr als Peanuts.“ Auch vom Bezirksamt Mitte sei nichts zu erwarten, da sie über keinerlei Restmittel verfügen. Statt an allen Enden und Ecken die Stadt kaputt zu kürzen, müsse der Etat endlich erhöht werden.

Günther Schimanski, Bewohner der Siedlung Kaltenbergen hat den Wahlkreisabgeordneten beim Stadtteilrundgang begleitet. Er würde Yildiz' Hoffnung gerne teilen: „Ich glaube aber nicht, dass der Senat hier handelt. Die kümmern sich lieber um den Verkehr in Blankenese oder Ottensen. Wir Bewohner sind hier wirtschaftlich wohl nicht wichtig genug."
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