Rothenburgsort: Billebogen aufwerten

Wann? 28.05.2017

Wo? Elbbrücken, Elbbrücken, Hamburg DE
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Verkehr gibt es am Billebogen genug, rund um das Gebäude mit dem Stern wurde alles zerstört. Doch statt Wiederaufbau entstanden hier große Verkehrsachsen Foto: Hörmann
 
Jürgen Bruns-Berentelg und Henrike Thomsen, HafenCity Hamburg GmbH, mit dem druckfrischen „Billebogen-Atlas“ Foto: Hörmann
Hamburg: Elbbrücken |

Atlas als Auftakt zur Neugestaltung des Quartiers vorgelegt

Von Stefanie Hörmann
Rothenburgsort
Fast jeder Hamburger ist hier schon mit dem Auto unterwegs gewesen: Der Billebogen erstreckt sich von den Elbbrücken mit ihren Hauptverkehrsachsen bis zum Billebecken – ein Teil von Rothenburgsort, der hauptsächlich dem Verkehr gehört und als Gewerbegebiet mit geringer Wohnbebauung gilt. Das war jedoch nicht immer so: Vor dem Zweiten Weltkrieg war Rothenburgsort ein Stadtviertel mit viel Wohnbebauung. „Die Zerstörungen im Krieg haben eine tiefe Zäsur geschlagen, die nie wieder aufgefüllt wurde“, erklärt der Chef der HafenCity Hamburg GmbH Jürgen Bruns-Berentelg, der mit der städtischen Billebogen Entwicklungsgesellschaft BBEG auch dieses Quartier umgestalten soll.

„Billebogen-Atlas“


„Der Stadtraum wurde preisgegeben und der Entwicklung der Infrastruktur mit einem 8-spurigen Straßenzug Vorrang eingeräumt.“ Den Verkehr will Bruns-Berentelg nicht stilllegen, sondern durch einige geschickte Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Brücken zur Anbindung an die HafenCity und zur Halbinsel Entenwerder sowie den Rückbau der als „Autobahnohren“ angelegten Auffahrten auf die Bundesstraßen B4 und B75 neues Stadtgebiet erschließen, das sich möglicherweise sogar für Wohnbebauung eignet. Der erste Schritt zur Entwicklung des Quartiers ist getan: Der jetzt vorgelegte „Billebogen-Atlas“ leistet eine Bestandsaufnahme und bietet Einblick in die Vielfalt und die wechselvolle Geschichte des Gebiets. Bisher wird das Areal meist nur flüchtig wahrgenommen, wenn man die Elbbrücken von Süden kommend passiert hat. Der Atlas zeigt die ganz unterschiedlichen Gesichter des Quartiers: Gewerbe, Verkehrslärm und geringe Wohnbebauung, aber auch kreative Inseln mit Galerien und durch die Elbnähe attraktive Freizeitlandschaften. Die professionelle Grundlagenermittlung mit einer Darstellung der Geschichte seit dem frühen 19. Jahrhundert und Perspektiven für eine Umgestaltung ist nur der erste Schritt.

80.000 Quadratmeter Wohnraum


Im nächsten Jahr wird der Bezirk Mitte einen neuen Bebauungsplan erstellen. Wettbewerbe für die dringend notwendigen Brücken für Fußgänger sind schon am Start, eine Sanierung des S-Bahnhofs Rothenburgsort ist für 2019 geplant und der U- und S-Bahnhof Elbbrücken am Ende der HafenCity soll auch Ende nächsten oder Anfang übernächsten Jahres fertig werden. Es tut sich etwas! Sichtbar ist bereits die Umgestaltung des Neuen Huckepackbahnhofs zu einem modernen Gewerbezentrum, der erste Nutzer steht schon fest: Fundus und Werkstatt der Staatsoper ziehen hier im nächsten Jahr ein. Wenn die Infrastruktur stimmt und der Stadtteil attraktiver wird, zum Beispiel auch durch neue Zugänge zu Elbe und Billebecken und Promenaden, kann sich Jürgen Bruns-Berentelg hier auch die in Hamburg bitter notwendige Wohnbebauung vorstellen: „In einer ersten groben Schätzung gehen wir von 80.000 Quadratmeter Wohnraum aus“, sagt der HafenCity Hamburg Geschäftsführer und Chef-Entwickler des Billebogens.

Ausstellung bis Ende Mai


Um das Image des Quartiers zu heben, präsentiert die Billebogen Entwicklungsgesellschaft BBEG zusätzlich zum Atlas eine Ausstellung mit Bildern von Bina Engel, Markus Dorfmüller und Miguel Ferraz. Die drei Fotografen streiften mit ihren Kameras im Oktober letzten Jahres durch Rothenburgsort, um das Stadtleben im Viertel abzubilden. Entstanden ist eine Flut von Bildern, die das Quartier als „Ort der harten Kontraste und der verschiedenen Geschwindigkeiten“ darstellt. Die „Rothenburgsorter Impressionen“ sind noch bis Sonntag, 28. Mai, in der Galerie A.TE.M. in der Alten Bananenreiferei Brandshof zu sehen. (sh)

„Rothenburgsorter Impressionen“: bis 28. Mai, täglich 16 bis 20 Uhr, Galerie A.TE.M., Alte Bananenreiferei Brandshof, Billhorner Röhrendamm 16, Eintritt: frei
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