Schandfleck kommt weg

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Viele Geschäfte in der Feininger Straße sind verwaist Foto: Thiele/ Krüger
 
Die kleine Fußgängerzone sieht nicht einladend aus Foto: Thiele/Krüger

Leer stehende Gebäude an der Feininger Straße werden abgerissen

Von Frank Berno Timm
Mümmelmannsberg
Die Siedlung am Rand von Billstedt wandelt zwar zunehmend ihr Gesicht, aber das Karree Feininger Straße/Kandinskyallee bietet – nach wie vor – ein sehr widersprüchliches Bild. Häufig wechselnde Besitzer und eine offensichtlich wenig glückliche Hand bei der Vermietung der Geschäfte hat zu lange andauerndem Leerstand geführt. Aber das soll sich jetzt ändern – der Abriss ist geplant. Das Bild ist, zumindest in dieser Schärfe, immer wieder überraschend: Wer gegenüber vom U-Bahnhof Mümmelmannsberg die Stufen hinaufgeht, kommt nicht, wie erwartet, an belebten Geschäften vorbei, sondern sieht ein halbes Dutzend, gefühlt seit ewigen Zeiten leerstehende Läden. Heruntergekommen, überaus unfreundlich in der Ansicht und im Gesamteindruck alles andere als ein attraktives Stadtteilzentrum. Erst, wenn man um die Ecke geht, wandelt sich das Bild ein wenig: Bücherhalle und Jobcenter, das Hochhaus am Ende dieses kleinen Plateaus (hier laufen letzte Arbeiten), die Praxisklinik und das Altenheim sehen gepflegt, hergerichtet und in Ordnung aus. Johannes Robert vom Büro für Lokale Wirtschaft (LoWi), kommentiert knapp: Dass hier Handlungsbedarf besteht, sei „jedem Nichtfachmann offensichtlich.“ Wolfdietrich Thürnagel, für die Piratenpartei in der Bezirksversammlung Mitte, erzählt dem Hamburger Wochenblatt, die Gebäude in der Feininger Straße hätten mehrfach den Besitzer gewechselt, Mieter seien offensichtlich nicht zu finden gewesen. Das ehemalige Gemüsegeschäft werde mit den benachbarten Gebäuden demnächst abgerissen, ein Investor wolle einen Lebensmittelmarkt mit Stellplätzen im Erdgeschoss und Büroräumen darüber errichten. Nach Informationen des Abgeordneten gehören die beiden Hochhäuser des kleinen Quartiers der Wohnungsbaugesellschaft Saga, sie würden inner- und äußerlich saniert.

Pläne liegen vor


Aus dem Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Mitte ist zu hören, es gebe für das kleine Viertel Pläne, etwas Neues zu errichten, die Mitte Dezember im Sanierungsbeirat vorgestellt worden seien. Im Prinzip, heißt es weiter, sei die „Tendenz positiv“. Ursula Groß, Abteilungsleiterin Integrierte Stadtteilentwicklung, erläutert dem Hamburger Wochenblatt, der erste Schritt in diesem Gebiet sei der Verkauf an die Saga gewesen. Diese wiederum habe ein Sanierungskonzept vorgelegt, das ehemalige Gemüsegeschäftsgebäude allerdings an einen Projektentwickler weiter veräußert. Und Ursula Groß bestätigt die Pläne für Abriss und Neubau an dieser Stelle und nennt das Vorhaben eine „gute Lösung“. Wenn die Wohngebäude fertig sind, habe man überdies die Absicht, die Freifläche über einen Wettbewerb zu verschönern. Nach den Pfingstferien, so die Abteilungsleiterin, wolle man auch wieder auf den Projektentwickler zugehen und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen. Der Verkauf sei jedenfalls vollzogen, die sanierungsrechtliche Genehmigung erteilt, nächster Schritt müsste ein Bauantrag sein, so die Abteilungsleiterin. Der Sanierungsbeirat hatte, wie man dem Protokoll entnehmen kann, die Pläne bei der Vorstellung jedenfalls „zur Kenntnis genommen und unterstützt“.
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