Seelen-Hilfe für Kriegsflüchtlinge

Anzeige
Der Eingangsbereich der Tagesklinik Foto: Hahn/wb

Psychiatrische Tagesklinik Mümmelmannsberg um zehn Plätze erweitert

Von Karen Grell
Mümmelmannsberg
In der Psychiatrischen Tagesklinik Mümmelmannsberg sind jetzt die neuen Räume zusammen mit Mitarbeitern und geladenen Gästen eröffnet worden. Durch den Umbau konnten zu den 20 bereits vorhandenen Plätzen der Tagesklinik weitere zehn hinzukommen. „Die neuen, modernen Räumlichkeiten schaffen die Grundlage, um noch mehr Menschen mit seelischen Erkrankungen kompetent und direkt am Wohnort helfen zu können“, betont Dr. med. Manuela Guth, die Geschäftsführerin der Hamburger Klinikgruppe.
Die Tagesklinik der Klinikgruppe Guth verfügt durch die Erweiterung über 30 teilstationäre Behandlungsplätze, zehn speziell für Menschen mit Migrationshintergrund. Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat den Ausbau mit 518.000 Euro gefördert. Seit Jahren nehme die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland erheblich zu, so Dr. Guth. Grund dafür: Steigender Leistungsdruck, Zukunftsängste, weniger Orientierung durch zerbrechende Familienstrukturen und kulturelle Entwurzelung durch Migration. Professionelle und individuelle Hilfe gibt es aber auch immer mehr auch in ambulanten Einrichtungen. Seit 2009 werden in der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Tagesklinik Mümmelmannsberg jährlich über 300 Menschen betreut, die sich in Lebenskrisen befinden oder unter seelischen Erkrankungen leiden. Das Team von Fachärzten, Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeitern hat sich dabei im multikulturellen Stadtteil Billstedt mit seinen Angeboten auf Menschen mit Migrationshintergrund spezialisiert. Neben Deutsch sprechen Mitarbeitern Türkisch, Polnisch, Farsi und Dari.

Im sozialen Umfeld


„Die teilstationäre Behandlung bietet große Vorteile. Die Patienten sind am Abend und am Wochenende zu Hause und werden nicht aus ihrem sozialen Umfeld gerissen“, betont Hans-Heinrich Benecke, der leitende Arzt der Einrichtung. Die Behandlung setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen, bietet Einzel- und Gruppentherapie, Ergo-, Kunst- und Bewegungstherapie, orientalischen Tanz und soziale und berufliche Integration. „Aktuell“, so Benecke, „ergeben sich durch die Zuwanderung von Menschen aus Kriegsgebieten auch neue medizinische Herausforderungen“. Menschen mit schweren Traumata bräuchten viel Zuwendung und Hilfe. „Mit diesen neuen Räumen haben wir eine optimale Investition geleistet“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige