Senat halbiert Budget

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Beim Verein FTSV Loorbeer in Rothenburgsort spielen Kinder und Jugendliche verschiedener Nationen gemeinsam Fußball. Der Verein ist auf die Mittel der Behörde angewiesen Foto: sos

Sportstätten in Hamburg-Mitte von Kürzungen bei Sanierungen betroffen

Von Sonja Schmidt
Horn
Viele Sportanlagen in Hamburg sind sanierungsbedürftig, müssen ausgebaut oder modernisiert werden. Die Nachfrage nach neuen Kunstrasenplätzen sei in Hamburg-Mitte besonders hoch, berichtet SPD-Politiker Yannick Regh. Doch der Senat halbiert offenbar für das kommende Jahr die Mittel. „Die Vereine verlieren Mitglieder, wenn sie keine Kunstrasenplätze anbieten können.“ Yannick Regh beschäftigt sich intensiv mit der „Sanierungsoffensive Sportstättenbau“ und hat einen Antrag im Ausschuss für Soziales, Inklusion und Sport eingereicht. Darin gefordert ist die Sicherstellung einer langfristigen Finanzierung. Der Etat beläuft sich bezirksübergreifend auf rund vier Millionen Euro. Davon allerdings fehle ab 2017/18 die Hälfte. „Wir verstehen nicht, warum der Rot-Grüne Senat angesichts der Olympiabewerbung und dem ausgerufenen Motto Sportstadt Hamburg den Breitensport mit einer Mittelhalbierung für die Sanierungsoffensive Sportstätten ausbremst“, erklärt Stefan Busch von der CDU-Fraktion Hamburg-Mitte. Im Ausschuss sei zudem klar geworden, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichen. „Die Fortschreibung von vier Millionen Euro pro Jahr ist nicht nur dringend notwendig, es sollte vielmehr eine Erhöhung erwogen werden“, so Busch.

Schimmel in den Duschen


Wie dringend Gelder für Sanierungsmaßnahmen an Hamburger Sportstätten benötigt werden, zeigt sich beim Sportverein FTSV Loorbeer-Rothenburgsort. „Hier muss dringend was getan werden“, sagt Platzwart Alfred Ladehoff. Rundgänge durch die dunklen und engen Umkleideräume am Fußballplatz bringt er immer schnell hinter sich. Das alte Gebäude stammt aus den 1950er-Jahren, in den Duschen überzieht Schimmel die Fugen und poröser Putz bröckelt von den Wänden. Nach dem Sport sei es für Kinder und Jugendliche aber wichtig zu duschen, betont Jugendtrainer Robert Hillbrecht. „Wir versuchen gerade, unsere neuen Mitglieder daran zu gewöhnen, aber keine Chance. Die gehen da nicht rein.“ Auch Schließfächer, um Sporttaschen und Geldbeutel während des Trainings sicher aufzubewahren, gibt es keine. Hillbrecht: „Es wäre schön, wenn die Stadt uns bei der Sanierung finanziell unter die Arme greifen würde.“ Denn der Breitensport in Hamburg sei vor allem angesichts sozialer Komponenten wichtig, weiß auch Yannick Regh. „Wo treffen denn heute noch Kinder aus Blankenese und Wilhelmsburg aufeinander?“, gibt er zu bedenken. (sos)
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