Sie geben nicht auf

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Die Bewohner des Gebäudekomplex Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und Chapeaurougeweg 16-20 kämpfen und verfolgen energisch ihr Ziel: „Wir bleiben!“. Foto: Röhe
 
Mieter Lars Langner wohnt seit 18 Jahren im Chapeaurougeweg 16. Er heizt vorwiegend mit einem alten Kohleofen und fühlt sich in seiner Wohnung wohl. Foto: Röhe

Trotz Ungewissheit: Die meisten Mieter wollen bleiben

Von Matthias Röhe
Hamm. Noch im März standen die Chancen sehr gut, dass der Abriss des Gebäude-Komplexes Curtiusweg 1-5, Am Elisabethgehölz 3-7 und Chapeaurougeweg 16-20 mit hoher Wahrscheinlichkeit abgewendet sei. „Aber Ungewissheit herrscht immer noch“, sagt Michael Brackhahn von der Mieterinitiative „Rettet Elisa“. Die Initiative hat in langen Verhandlungen am Runden Tisch mit allen Vertretern der Bezirkspolitik erreicht, den Gebäudekomplex Curtiusweg 1-5, Am Elisabethgehölz 3-7 und Chapeaurougeweg 16-20 durch ein Architekturbüro begutachten zu lassen. Seit einigen Wochen werden in Absprache mit dem Architektenbüro, der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (VHW) und der Initiative die Kellerräume sowie Mitgliederwohnungen durch Begehung besichtigt. Ein Urteil steht noch aus. Im Prinzip bleiben nur drei Möglichkeiten: Es kommt zu einem Teilabriss, bei dem die komplette Fassade erhalten bleibt. Oder es bleibt wie es ist – dann wäre es der so genannte Bestandsschutz, der zum Tragen kommt. Die dritte Möglichkeit wäre, dass die gesamten Wohnungen saniert werden“, sagte Sabine Otto von der Mieterinitiative „Rettet Elisa“ im März. Genau diese drei Möglichkeiten stehen noch heute offen. Im Herbst soll gemäß Projektplan ein Ergebnis erzielt werden, welches eine für alle verträgliche Lösung ergeben wird. 70 Mietparteien wünschen, dass sie weiterhin in ihren Wohnungen leben können.
Die VHW als Vermieter hingegen beabsichtigt, den gesamten Gebäudekomplex Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und dem Chapeaurougeweg 16-20 abzureißen und einen Neubau mit 120 Wohneinheiten zu bauen. Dazu sollen alle Mieter der 122 bisherigen Wohnungen ausziehen. Einige Mieter taten dies bereits, darunter vorwiegend junge Leute. Der größte Teil der älteren Bewohner der historischen Backsteinhäuser (entstanden zur Zeit von Fritz Schumacher, Baudirektor und Leiter des Hochbauwesens in Hamburg (ab 1909) möchte aber auf keinen Fall aus den „eigenen“ vier Wänden raus. „Viele Mieter leben jetzt mit einer bezahlbaren Miete. Nach dem geplanten Neubau würden die Mieten teilweise das Dreifache kosten – das könnten sich viele Rentner einfach nicht mehr leisten“, sagt Lars Langner. Der 44-jährige Mieter wohnt seit 18 Jahren im Chapeaurougeweg 16 – seit sieben Jahren im Erdgeschoss. Seine Vorteile an der bisherigen Wohnung: Er heizt vorwiegend mit einem alten Kohleofen, findet das Gebäude-Ensemble einfach schick. „Ein Neubau würde dies alles nicht mehr hergeben“, moniert Lars Langner. Die Wohnungen seien gemütlich und vor allem bezahlbar.
Aus diesem Grund bleiben wohl bis zum bitteren Ende alle 70 Mietparteien im Gebäudekomplex wohnen. (mr)

Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://www.rettet-elisa.de.
Der Mietertreffpunkt ist mittwochs von 18.45 Uhr bis 19.45 Uhr geöffnet. Ansprechpartner ist Lars Langner, Tel.: 0176/96 04 42 10.
Freitags ist das Büro ebenfalls geöffnet, 20 bis 21 Uhr. Fragen und Anliegen können auch per E-Mail an die Mieterinitiative gerichtet werden: initiative@rettet-elisa.de
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4 Kommentare
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Manfred Siebert aus Borgfelde | 10.08.2012 | 13:31  
6
Marco Hahn aus Hohenfelde | 11.08.2012 | 10:40  
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Thomas Cirsovius aus Hamm | 23.08.2012 | 11:36  
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Sabine Otto aus Hamm | 28.08.2012 | 11:13  
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