Spenden für libysche Flüchtlinge

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Pastor Peter Sorie Mansaray (rechts) und zwei Helferinnen bei der Essenausgabe im Innenhof der Erlöserkirche in Borgfelde Foto: Röhe

Kirchen und muslimischer Familienverein schließen sich zusammen

Borgfelde. Einen gemeinsamen Spendenaufruf haben die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde, der Ali Awudu Muslimischer Familienverein und die African Christian Church Hamburg gestartet. Etwa 300 Flüchtlinge waren im Winter im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg aus Libyen nach Italien und nach Auflösung der dortigen Flüchtlingslager ins Hamburger Winternotprogramm gekommen.

„Wir sahen uns
in der Pflicht,
den Menschen zu helfen.“
Peter Sorie Mansaray,
Pastor


Seitdem leben sie hier – größtenteils auf der Straße. Sie sind völlig auf sich allein gestellt, dürfen kein Geld verdienen und haben keine Bleibe. Seit zwei Monaten bietet die afrikanische „Moschee der Barmherzigkeit“ (Masjid Rahma) den Männern täglich Frühstück und eine warme Mahlzeit am Nachmittag an. In der Erlöserkirche werden warme afrikanische Mahlzeiten angeboten, zudem steht sie für Besprechungen der Flüchtlinge zur Verfügung.
„Wir sahen uns in der Pflicht, den Menschen zu helfen“, sagt Pastor Peter Sorie Mansaray und ergänzt: „Der Start waren Sofortmaßnahmen mit kleinen Mahlzeiten und Organisationshilfen für Vertreter der Flüchtlinge. Diesen Hilfebedürftigen Menschen muss geholfen werden.“ Dienstags (15 Uhr) und sonnabends (14 Uhr) werden typische afrikanische Leckereien zubereitet. „Das ist in ganz Hamburg einzigartig. Sie bekommen bei uns landestypische Gerichte“, hebt Mansaray hervor.

Gespräche mit der Kirche

Unterdessen geht der Streit und das Politik-Gerangel weiter. Die Flüchtlinge leben in der ganzen Stadt verteilt, kommen teils in Kirchen unter, viele leben auf der Straße. Hinter den Kulissen laufen weiterhin Gespräche zwischen Stadt und Kirche.
Die Gewerkschaft Ver.di sieht in Paragraf 23 des Aufenthaltsgesetzes die Möglichkeit, dass ein Bundesland einer Gruppe von Flüchtlingen aus humanitären Gründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilen kann. Allerdings müsste das Bundesinnenministerium laut Gesetz dieser Sonderregelung zustimmen. „Die in Berlin würden mit großer Sicherheit nicht zustimmen. Die Position des Bundesinnenministeriums ist eindeutig. Hamburg hat gar keine Handlungsoption“, sagt Frank Reschreiter, Sprecher der Hamburger Innenbehörde. Da die Flüchtlinge bereits in Italien Schutz bekommen hätten, gebe es keinen Grund, die Regelung durchzusetzen, bekräftigt auch Hendrik Loerges, Sprecher des Bundesinnenministeriums. Von daher sei die Rechtslage klar: weil die Flüchtlinge nach ihrer Überfahrt übers Mittelmeer erstmals in Italien angekommen sind, müsste die Gruppe dorthin zurück. Der Senat schätzt sie auf etwa 150 Personen. Sie haben EU-Papiere, ähnlich wie Touristenvisa. (mr)

Es werden noch
ehrenamtliche
Helfer gesucht.
Kirchenbüro: 24 32 84.
Für Spenden stehen zwei Konten zur
Verfügung (Verwendungszweck „Flüchtlingshilfe“):
Kirchengemeinde
St. Georg-Borgfelde, 
Kontonummer: 1230/121459 bei der Haspa 200 505 50. Muslimischer Familienverein e.V., Kontonummer
1081/216 895 bei der
Haspa 200 505 50.
Informationen zum
Verwendungszweck
werden auf der Facebook
Seite www.facebook.com/
AfrikaZentrumHH
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