Sperrung der Legienbrücke verärgert Billstedt

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Peter Eil (66) kann mit seinem Fahrrad nicht mehr den direkten Weg zum Garten fahren. Die Hochbahn hat ihm empfohlen, notfalls eine Station weiter zu fahren und dort die Richtung zu wechseln Foto: Frank Berno Timm

Überführung bereits einen Monat vor Abriss geschlossen. Anwohner sind genervt

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Seit dem 5. September ist die Legienbrücke (Baujahr 1964) gesperrt. Sie soll abgerissen und ersetzt werden. Im Viertel sorgt das für Verärgerung, noch ehe die eigentlichen Abbrucharbeiten begonnen haben. Denn die starten laut Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) erst im Oktober. Peter Eil ist normalerweise auf der Legienstraße mit seinem Fahrrad unterwegs, um in seinen Garten zu kommen. Nun ist die Legienbrücke durch Bauzäune blockiert, weder Radfahrer noch Fußgänger können das Bauwerk passieren. Der 66-jährige Eil kritisiert die Planung: Gerade sei der U-Bahnhof mit zwei Aufzügen barrierefrei hergerichtet worden, Fußgänger könnten auf der Bill-stedter Seite nicht mehr direkt von einer Fahrtrichtung zur anderen gelangen. „Das ist eigentlich ein Unding“, sagt der Rentner und erinnert daran, dass es während des Neubaus der Öjendorfer Brücke am Billstedter U-Bahnhof eine Ersatzbrücke gegeben habe. Schon zwei Mal habe er beobachtet, dass Rollstuhlfahrer an der gesperrten Legienbrücke unverrichteter Dinge umgekehrt seien. Besucher des Helma-Steinbach-Hauses in der Legienstraße, die von der anderen Seite der Straße kommen, müssten weite Umwege in Kauf nehmen. Eil hat sich an die Hochbahn gewandt: Die antwortet, über den Riedweg, Vierbergen und den Helma-Steinbach-Weg sei der jeweils andere Aufzug erreichbar, notfalls könne man eine Haltestelle weiterfahren und dort die Fahrtrichtung wechseln (was nur an der Horner Rennbahn auf dem gleichen Bahnsteig möglich ist). „Sicherlich wäre es wünschenswert gewesen, die Legienbrücke parallel zum barrierefreien Ausbau des U-Bahnhofs zu sanieren. Die Hochbahn habe, da dies nicht möglich gewesen sei, den Bahnhof dennoch ausgebaut, um während der jetzt nutzbaren Zeit den Fahrgästen den barrierefreien Zugang nicht vorzuenthalten“, so Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum.

Keine Ersatzbrücke


Susanne Meinecke von der Verkehrsbehörde erläutert, dass für Fragen und Anregungen der Nachbarn Projektleiter Björn-Axel Dose (Telefon 689 14 998) und Bauaufseherin Uta Dünger (Telefon 419 28 6715) zur Verfügung stehen. Die Idee einer Ersatzbrücke sei in der Entwurfsphase geprüft worden. Wegen der kommenden, weiteren Bauarbeiten, in deren Zuge die Hochbahn voraussichtlich ab Anfang 2017 eine neue Betriebswerkstatt und Waschanlage baue, sei das nicht möglich. Es würden aber „kleine Behelfsbrücken und provisorische Wege für Fußgänger“ angelegt, damit jeweils das U-Bahngleis auf der eigenen Seite erreicht werden könne, erklärt die Sprecherin der Verkehrsbehörde. „Die Legienbrücke ist bereits jetzt gesperrt, weil die vorbereitenden Arbeiten für den Abbruch der eigentlichen Betonkonstruktion schon laufen“, heißt es aus der Behörde. Der eigentliche Brückenabbruch beginnt, wie aus einer vom LSBG stammender Anliegerinformation hervorgeht, ab Oktober. Für den Abriss der so genannten Endfelder sperrt die Hochbahn vom 4. November, 22 Uhr, bis 6. November 24 Uhr, beide U-Bahngleise (es ist Schienenersatzverkehr vorgesehen), an den darauffolgenden Wochenenden jeweils eine Fahrtrichtung. Die Brückensperrung selbst soll bis Ende 2017 gelten.

Fragen und Anregungen der Nachbarn stehen Projektleiter Björn-Axel Dose (Telefon 689 14 998) und Bauaufseherin Uta Dünger (Telefon 419 28 6715) zur Verfügung
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