Sprache verbindet

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Die Gruppen sind offen und für alle Teilnehmer kostenlos Symbolfoto: thinkstock

„Dialog in Deutsch“-Gruppen treffen sich in den Bücherhallen Billstedt und Horn

Von Waltraut Haas
Hamburg
Für Zuwanderer und Flüchtlinge ist neben Unterkunft und Versorgung nichts so dringlich wie der Erwerb deutscher Sprachkenntnisse. Unter der aktuell kontinuierlich steigenden Zahl von Flüchtlingen sprechen viele noch nicht ausreichend gut Deutsch. Das lässt sich ändern. Zahlreiche Hamburger Initiativen bieten bereits ehrenamtlich Sprachkurse an. Ein besonders „niederschwelliges“ Angebot läuft seit 2009: „Dialog in Deutsch“ findet in allen 32 Hamburger Bücherhallen und in der Zentralbibliothek am Hühnerposten statt. Unterstützt wird die Initiative von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI). In den vergangenen sechs Jahren wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
In 80 Gesprächsgruppen pro Woche treffen sich Zuwanderer und geschulte Ehrenamtliche. Deutsch sprechen, dabei Menschen begegnen und kennenlernen: Das steht im Fokus von „Dialog in Deutsch“ Die Gruppen sind offen und kostenlos für alle, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es gibt keine Tests oder Prüfungen. „Jeder kann zu uns kommen. Wer noch nicht sprechen kann, hört einfach erst mal zu“ erklärt Koordinatorin Sarah Politt das Verfahren. Manche Gruppen existieren schon seit Jahren. Angeleitet werden sie durch Ehrenamtliche, die sich für ihre Aufgabe laufend weiterbilden.
Ihre Mitglieder helfen sich inzwischen auch gegenseitig. Die Teilnehmenden schätzen die Bücherhallen als einen Ort der Begegnung. Politisch und religiös neutral bieten sie einen öffentlichen und zugleich geschützten Raum. „Wir freuen uns über das große ehrenamtliche Engagement für den ‚Dialog in Deutsch‘. So können wir jetzt auf Anfrage jederzeit neue Gruppen bilden“, stellt Sarah Politt fest.

26.000 Teilnehmer in 3.600 Gruppentreffen


Im vergangenen Jahr, so bilanziert die hauptberufliche Koordinatorin, hätten 200 Ehrenamtliche in über 3.600 Gruppentreffen mehr als 26.000 Teilnehmer erreicht. Aktuelle Tendenz: steigend. Erwünschter Nebeneffekt: Wer bei „Dialog in Deutsch“ teilnimmt, profitiert zudem vom reichhaltigen Angebot der Bücherhallen, das auch spezielle Bedürfnisse berücksichtigen kann: Neben fremdsprachlicher Presse und eBooks hält die Zentralbibliothek der Bücherhallen 28.000 Medien in über 27 Sprachen vor, zudem stehen 14.000 Sprachlehrwerke in über 100 Sprachen bereit, die in allen Bücherhallen bestellt werden können. Ebenso sind die aktuellen Materialien der Volkshochschule zu „Deutsch als Fremdsprache“ in fast allen Bücherhallen erhältlich. (wb)

Dialog in Deutsch“ findet in der Bücherhalle Billstedt, Möllner Landstraße 31 (Telefon: 732 52 20) Dienstags und Mittwochs jeweils 10 Uhr, Donnerstags 10 Uhr (für Anfänger) statt. In der Bücherhalle Horn, Rhiemsweg 65 (Telefon 651 51 33) freitags 11 Uhr. Auch in der Bücherhalle Herthastraße 18 in Bramfeld (donnerstags 11 Uhr) und in Barmbek in der Poppenhusenstraße 12 (dienstags 10 und 17.30 Uhr, Mittwoch, Donnerstag und Freitag 10 Uhr, sonnabends 11 Uhr) gibt es Kurse.

Weitere Infos: Dialog in Deutsch
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