Stadtteilklinik eröffnet

Anzeige
Dr. Fachera Ebrahimzada kümmert sich in der neuen Stadtteilklinik Mümmelmannsberg um ihre Patienten Fotos: mt

Neuer Betreiber der ehemaligen Praxisklinik bietet Erstversorgung im Stadtteil

Von Marco Dittmer-Thielcke
Mümmelmannsberg Es hört sich an, wie ein Märchen: Ein kleines Mädchen entkommt mit ihrer Familie dem Krieg in ihrem Heimatland und findet in Hamburg eine neue Heimat. Schon vor der Flucht aus Afghanistan nach Deutschland war es der größte Traum des Kindes einmal Ärztin zu werden.
Heute, 28 Jahre später, leitet Dr. Fachera Ebrahimzada die Visite im ersten Obergeschoss der neuen Stadtteilklinik in Mümmelmannsberg. Die 35-jährige Ärztin hat ihren Traum wahr gemacht. „Und das Beste ist, ich kann in meinem Quartier arbeiten“, sagt Fachera Ebrahimzada.
Ihr Quartier ist Mümmelmannsberg, hier lebt die alleinerziehende Mutter mit ihrer Familie, seitdem sie aus Afghanistan vertrieben wurde. Hier will sie zusammen mit Bernd Rudloff die frühere Praxisklinik zu einer Stadtteilklinik umbauen. „Dr. Ebrahimzada ist für uns ein wahrer Glücksgriff“, sagt der 51-jährige Geschäftsführer der Stadtteilklinik Hamburg GmbH (SKH).

Erste Anlaufstation für Patienten

Im Juli hat die Gesellschaft das Ärztehaus von der Klinikgruppe Dr. Guth übernommen. Die ehemaligen Betreiber wollten im vergangenen Jahr den OP-Bereich der kleinen Klinik schließen. Zuletzt waren durchschnittlich sieben der 15 Betten belegt, laut der Klinikgruppe Dr. Guth zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb. Die Pläne lösten damals große Proteste in Mümmelmannsberg aus. Anwohner und Ärzte befürchteten die medizinische Unterversorgung eines ganzen Stadtteils (das Wochenblatt berichtete).
„Wir wollen in Zukunft wieder mehr Ärzte nach Mümmelmannsberg holen“, sagt Rudloff von der SKH. Die neue Klinikgesellschaft ist eine Tochterfirma der Zytoservice Deutschland GmbH, einem Jenfelder Pharmaunternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern.
Laut dem Geschäftsführer ist die SKH bereits in Verhandlungen mit einem Urologen. „Wir können uns auch noch einen Pulmologen (Lungenarzt) und einen Dermatologen (Hautarzt) vorstellen“, sagt Rudloff. Das Ziel der SKH ist eine Stadtteilklinik, die die Erstversorgung von Patienten übernimmt. „Die sogenannte Portalklinik soll erste Anlaufstation für Patienten in Mümmelmannsberg werden“, sagt Rudloff. Laut SKH mit dem Vorteil, dass Patienten länger von ihren vertrauten Fachärzten untersucht werden können, bevor sie in ein großes Krankenhaus überwiesen werden.

Vertrauen ist wichtig

In der neuen Stadtteilklinik soll Fachera Ebrahimzada eine besondere Rolle einnehmen. „Ich komme aus dem Stadtteil, kenne hier viele Menschen und kann schnell Vertrauen aufbauen“, sagt Ebrahimzada. Die Ärztin spricht mehrere Sprachen und kennt die Kultur von vielen Einwanderern, die in Mümmelmannsberg leben. In diesem Jahr macht sie an der SKH ihre Fachausbildung zur Allgemeinmedizinerin. Danach soll sie Patienten von allen Ärzten betreuen, die ihre Patienten stationär behandeln.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige