Star-Künstler kommt

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Bis zum 4. Oktober werden in der „Fabrik der Künste“ die Gemälde, Graphiken und Zeichnungen von Armin Mueller-Stahl gezeigt Foto: Copyright Dr. Julia Hümme, Ostholsteimuseum Eutin
 
Die „Fabrik der Künste“ in Hammerbrook Foto: wb

Armin Mueller-Stahl am 5. September in der „Fabrik der Künste“

Von Martin Jenssen
Hamm
Kunst ist gleichzeitig immer auch ein Abenteuer. Der frühere Unternehmer Horst Werner hat sich aus Liebe zur Kunst auf viele Abenteuer eingelassen. Er verkaufte sein Unternehmen und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Er baute eine private Kunsthalle, und das in Hamburg, einer Stadt, die für ihr Engagement in der bildenden Kunst nicht unbedingt berühmt ist, auf.
Das zweite Wagnis: Horst Werner präsentiert seine Ausstellungen an einem ungewöhnlichen Ort. Er richtete seine Kunsthalle in der Straße Kreuzbrook ein, mitten im Industriegebiet von Hammerbrook. Die Ausstellungsfläche umfasst 500 Quadratmeter in einer ehemaligen Seilerei. Folgerichtig gab Werner Hamburgs neuen Kunstpalast den Namen: „Fabrik der Künste“.
Der Ex-Unternehmer war immer fest davon überzeugt, dass sein Projekt zum Erfolg führen würde. Die Stadt Hamburg wollte dagegen lange Zeit das „Highlight“ im kulturellen Niemandsland verbieten. Kunst im Industriegebiet war nicht vorgesehen. Die Sache ging vor Gericht. Zwei Jahre dauerte der Streit. Dann erhielt Horst Werner endlich die Genehmigung, die alte Hamburger Seilerei in eine Kunsthalle umzuwandeln.
Im Jahre 2007 die große Eröffnung: Hamburg hatte eine neue Kunstattraktion. Die Lage in der Nähe vieler Gewerbehöfe, eines Straßenstrichs und eines Großbordells hielt die Besucher in keinster Weise ab. „Die Fabrik der Künste liegt eigentlich zentral“, sagt Horst Werner. „Die City ist höchstens drei Kilometer entfernt. Wer nicht mit dem Auto kommen will, kann uns leicht mit den Bussen der Linien 112 und 312 erreichen.“
Horst Werner stellt jedes Jahre mehrere renommierte Künstler in Hammerbrook vor. Ein Abenteuer und Wagnis, das sich gelohnt hat. Allein der Besucherandrang zeigt, dass die „Fabrik der Künste“ als Institution in Hamburg angekommen ist. Bei Großveranstaltungen bilden sich Besucherschlangen von über hundert Metern.
Die verschiedenen Ausstellungen werden von Horst Werner und Ausstellungsmanagerin Katharina Hecker geplant. Erstaunlich, wie viele internationale Künstler sie bereits in das Hamburger Industriegebiet locken konnten. Besonders erfolgreich war die Ausstellung des schweizer Surrealisten H.R. Giger (über 12.000 Besucher). Ähnliche Besucherzahlen erreichten die Ausstellungen von Ernst Fuchs, Bruno Bruni, Willi Sitte, den Malern der Wiener Schule und der „Stern-Humoristen“.
Ein wichtiges Anliegen von Horts Werner ist die Förderung junger Künstler und sozialer Projekte. Schon jetzt dürfen die Hamburger sich auf die „Kubanischen Wochen“ freuen, die im kommenden Jahr in der Fabrik der Künste stattfinden.
Das bedeutendste Kunstereignis dieses Jahres im Industriegebiet beginnt am 6. September. Bis zum 4. Oktober werden in der „Fabrik der Künste“ die Gemälde, Graphiken und Zeichnungen von Armin Mueller-Stahl gezeigt. Der bekannte Schauspieler und Maler wird zur Eröffnung anwesend sein.

Die Öffnungszeiten für diese Ausstellung in der „Fabrik der Künste“, Kreuzbrook 10: Dienstags bis samstags von 15 bis 19 Uhr. Sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, Kinder und Jugendliche frei. Weitere Infos: www.fabrikderkuenste.de

Portrait: Zweimal für den Oscar nominiert
Armin Mueller-Stahl (84) ist als renommierter Schauspieler international bekannt. Er wurde zweimal für den Oscar nominiert. Seine künstlerische Begabung umfasst auch das Musizieren, Schreiben und Malen. Seit über 50 Jahren widmet er sich der Malerei, die er in ihrer Freiheit und Unbeschwertheit als Ausgleich zu seiner beruflichen Arbeit als Schauspieler empfindet. Nachdem seine Malerei zunächst von der Kunstszene unbeachtet bleibt, stellt sich seit der ersten Ausstellung 2001 im Filmmuseum Potsdam beachtlicher Erfolg und öffentliche Anerkennung ein. Heute befinden sich Werke von Armin Mueller-Stahl in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. In den vergangenen Jahren nimmt die Malerei einen immer größeren Raum im Leben des vielseitig begabten Künstlers, der neben Sierksdorf auch in Berlin und Los Angeles lebt, ein. Seine Bildwelten sind spannende, heitere, zeitweise auch ironische Auseinandersetzungen mit Gesehenem und Erlebtem, wobei die Menschendarstellung eine zentrale Rolle spielt. In Zeichnungen, Gemälden und Aquarellen portraitiert er immer wieder die Menschen in seiner Umgebung. Dabei ist das genaue Beobachten für ihn als bildenden Künstler – sowie auch als Schauspieler – von großer Bedeutung um das Wesen einer Figur herauszuarbeiten und umzusetzen. Zur Vernissage am 5. September kommtArmin Müller-Stahl nach Hamm. Ab 17 Uhr gibt es eine Einführung von Björn Engholm, dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten. (mr)
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