Stolperschwelle in Glinde soll an Zwangsarbeiter erinnern

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Andrea Nieslon (v.l.), Schirmherr Bürgermeister Rainhard Zug und Ingeborg Stoller sammeln mit diesem Modell seit einem Jahr Geld für die Stolperschwelle, die ab November in der Straße Eichloh an die Zwangsarbeiter erinnern soll Foto: Anke Pohlmann,Stadt Glinde
Glinde. Es gibt sicher nicht mehr sehr viele Glinder Bürger, die sich daran erinnern, dass es hier in der Zeit von 1942 bis zur Befreiung nach dem Ende des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 ein Arbeitslager für Zwangsarbeiter gegeben hat. Wer hier interniert war, musste im nahegelegenen Kurbelwellenwerk Hamburg in Glinde arbeiten.
Heute erinnert zwar eine große Gedenktafel im Foyer des Marcellin-Verbe-Hauses (Bürgerhaus) an dieses Lage. Doch das reicht Andrea Nielson und Ingeborg Stoller, die sich unter anderem auch in der Glinder Bürgerinitiative gegen Rechts engagieren, nicht aus.
Vor gut einem Jahr fassten sie daher den Entschluss, statt der „Stolpersteine“ am Eingang des ehemaligen Lagers in der heutigen Siedlung Wiesenfeld an der Ecke Holstenkamp /Eichloh eine ein Meter lange und zehn Zentimeter breite „Stolperschwelle“ einzusetzen.
2000 Euro brauchten die beiden engagierten Damen, um das Projekt zu realisieren. Davon sind bisher gut 1.600 Euro eingegangen, so dass jetzt „nur“ noch 400 Euro fehlen. „Wir hoffen sehr, dass wir dieses Geld bei dem Fußballturnier „Rechts steht im Abseits“ am 1. Juni auf dem TSV- Sportplatz noch von den Gästen einsammeln können“, sagen sie. 14 Mannschaften haben sich angesagt.
Auch wenn jetzt noch die kleine Finanzlücke besteht, so wurde die Stolperschwelle bereits jetzt in Auftrag gegeben. Der Kölner Künstler Gunter Demnig, der bundesweite bereits mehr als 35.000 Stolpersteine zum Gedenken an Deportationsopfer gestaltet hat, wird die Stolperschwelle fertigen.
Voraussichtlich kann sie im November am Eingang der Straße Eichloh in den Boden eingelassen werden. Die Stolperschwelle wird folgende Gravur haben: „Erinnert euch, vergesst niemals - Arbeitslager Wiesenfeld für das Kurbelwellenwerk Hamburg – 1942 bis 1945. Im Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit und als Mahnmal für die Gegenwart“.
Die Schirmherrschaft hat Glindes Bürgermeister Rainhard Zug übernommen. Er sagte: „Es wird ein Ort der Erinnerung, ein Platz, gedanklich zu stolpern“. (zz)
Fußballturnier „Rechts steht im Abseits“, 1. Juni, ab 13 Uhr, TSV- Sportplatz
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