Stromfressern auf der Spur

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Christoph Dreger, Projektleiter des Stromsparchecks der Caritas, präsentiert einen Musterkoffer mit Artikeln, die zum Strom- und Wassersparen eingesetzt werden können Foto: Timm

Caritas bietet Menschen mit wenig Einkommen kostenlose Energie- und Wassersparberatung

Von Frank Berno Timm
Billstedt
In der täglichen Werbeflut flatterte jetzt ein Flyer der Caritas ins Haus. „Hohe Rechnung? Das spar ich mir“, heißt es dort. Menschen mit schmalem Einkommen können sich kostenlos beraten lassen, wie sie Energie und Wasser sparen. Das Büro mit seinen zwölf Beraterinnen und Beratern hat am Öjendorfer Weg seinen Sitz. Die Energieexperten sind in ganz Hamburg unterwegs und helfen Interessenten, die von Hartz IV oder einer vergleichbaren Leistung leben. Viel, sagt Berater Rolf Krautter, geschehe über Empfehlung – die Caritasmitarbeiter gehen zu Beschäftigungs- und Weiterbildungsträgern, in Integrationskurse, arbeiten mit der Tafel zusammen. Krautter ist übrigens gelernter Bankkaufmann. Über das Programm „Mittenmang“ kam er zum Stromcheck, „das war vor sechs Jahren“. Bei den Stromsparberatungen gehört Hamburg bundesweit zu den wenigen, die Vollzeitbeschäftigte sozialversicherungspflichtig einsetzen. Und sie wissen, was die größten „Sünden“ beim Energieverbrauch sind: Alte Kühlschränke und Plasmafernseher. Sie verbrauchen schon mal 350 W/Stunde, ein neuer LCD-Fernseher weniger als die Hälfte. Ein Ladegerät, das im Stecker bleibt, kostet neun Euro/Jahr. „Die ganz neuen“, sagt Projektleiter Christoph Dreger, „schalten sich ab“ wenn kein Handy mehr aufgeladen wird. Ganz schlimm, fügt Krautter hinzu, seien Spielkonsolen und „die Erfindung von Standby“. Wer WLAN nutzt, braucht zehn Watt/Stunde, LAN nur ein Watt, neue Router „nicht so viel“. Und beim Wasser? Langes Baden oder Duschen, sagen die Experten.
Wer sich beraten lässt, bekommt zwei Mal Besuch. Beim ersten Besuch wird der Iststand aufgenommen. Wie verhält sich der Nutzer? Eine 60 Watt starke Deckenlampe ließe sich durch eine sechs Watt starke LED-Lampe ersetzen – die im Laden rund zehn Euro kostet und von den Beratern kostenfrei eingebaut wird. Bezahlt wird das vom Umweltministerium und der Hamburger Umweltbehörde. Wer einen Kühlschrank hat, der älter ist als zehn Jahre, kann für den neuen einen Zuschuss bis 150 Euro bekommen. Bei einem zweiten Besuch werden nicht nur Energie- sondern auch Wassersparmittel eingebaut. Die meisten Leute wüssten gar nicht, dass man beim Jobcenter auch einen Antrag auf Zuschuss stellen kann, wenn die Warmwasserversorgung über einen Durchlauferhitzer erfolgt – neun Euro pro Monat und Person werden erstattet. Krautter: „Wir helfen dabei.“ Stromnachzahlungen übernimmt das Jobcenter dagegen nicht. Besondere Duschköpfe und Perlatoren werden ebenfalls verbaut – bis zu 70 Euro sind die Gegenstände insgesamt wert.
Wer gut verdient, muss übrigens zur Verbraucherzentrale, wenn er sich (kostenpflichtig) beraten lassen will. Viele Senioren wüssten nicht, dass sie mit ihrer geringen Rente berechtigt seien, die Caritasberatung in Anspruch zu nehmen. Rolf Krautter: „Es ist keine Schande, bei uns anzurufen.“

Weitere Infos unter Telefon 18046422, Mail: stromspar-check@caritas-hamburg.de
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