Stufenlose Verbesserung

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Klaus Uphoff, Projektleiter Barrierefreier Ausbau der Hamburger Hochbahn AG, zeigt den jetzigen Abstand zwischen Bahnsteigkante und U-Bahn-Zug. Behindertenverbände wünschen sich einen Höchstabstand von fünf Zentimeter. Foto: Röhe

Fahrstuhl über drei Etagen für U-Bahnhof Hammer Kirche

Von Matthias Röhe
Hamm. Die gute Nachricht: Der U-Bahnhof Hammer Kirche wird bis 2015 barrierefrei. Die schlechte Nachricht: Fahrgäste müssen sich auf Einschränkungen, Baulärm und eventuell Vollsperrungen einstellen

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Los geht’s in den nächsten Wochen mit dem Einbau eines so genannten Vertikalfahrstuhls. „Wir haben am Bahnhof Hammer Kirche die Besonderheit, dass wir einen Fahrstuhl einbauen werden, der insgesamt über drei Ebenen gehen wird“, sagt Maja Weihgold, Sprecherin der Hamburger Hochbahn AG. Das bedeutet, dass Fahrgäste, die aus der Bahn aussteigen, ab 2014 in einen Fahrstuhl steigen und entweder ein Stockwerk in die Höhe (Ausgang Hammer Steindamm) oder ein Stockwerk in die Tiefe (Ausgang Hammer Landstraße, erreichbar mittels Unterführung) befördert werden können.
„Damit beispielsweise Rollstuhlfahrer die Möglichkeit haben, auch den Ausgang ,Hammer Landstraße‘ barrierefrei zu benutzen, stehen wir derzeit in Verhandlungen mit dem zuständigen Bezirksamt, dass dort ein weiterer Fahrstuhl gebaut wird“, ergänzt Maja Weihgold. Das Bezirksamt – und nicht die Hochbahn – ist für den dortigen Ausgang zuständig.
Die Haltestelle Hammer Kirche ist eine von insgesamt 20 Haltestellen, die die Hamburger Hochbahn im Rahmen des „Großprojektes barrierefreier Ausbau“ umgestaltet. Bau- und Projektleiter Klaus Uphoff erläutert den barrierefreien Umbau: „Neben dem Fahrstuhl, der es zum Beispiel Müttern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern erleichtert, die U-Bahnhaltestelle Hammer Kirche zu nutzen, werden wir entweder den Bahnsteig teilweise oder sogar komplett erhöhen. Wir haben dabei eine schwierige Aufgabe zu bewältigen: Das Spaltmaß, also der Abstand zwischen Bahnsteigkante und Zug sowie der Abstand zwischen Bahnsteig und Zugtür ist sehr groß. Behindertenvereine wünschen sich höchstens fünf Zentimeter. Aktuell haben wir etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter.“
Außerdem soll es Orientierungssysteme wie Schachbrettmuster, Rillenplattensysteme entlang der Bahnsteigkante, kontrastreiche Gestaltung von Bedienelementen und neue Beschilderungen für sehbehinderte Menschen im gesamten Haltestellenbereich geben. (mr)

Info:
Die Kosten für die 16 Haltestellen, die bis 2015 barrierefrei umgebaut werden, betragen 32 Millionen Euro. Je nach Umfang werden pro Einzelmaßnahme ein bis 4,5 Millionen Euro benötigt.Damit steigt die Zahl der barrierefreien Haltestellen in Hamburg auf 57 – von insgesamt 91 Stationen. Anfang des nächsten Jahrzehnts sollen alle Bahnhöfe barrierefrei sein.
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