Tagesstätte für Hunde aus Hamburg

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Drei bis vier Stunden täglich geht‘s mit der Hundeschar raus auf die Wiese - Zeit zum Spielen, Balgen, Laufen. Gaby Janßen (49, links) und Assistentin Nicole Wrobel passen auf ihre vierbeinigen Schützlinge auf Foto: Schlichtmann
 
Damit das weiße Fell schön seidig glänzt, kommt „Stella“ auch mal in die Wanne. Bei Nicole (33) ist der Golden Retriever ist guten Händen

Huta statt Kita: In Borgfelde werden Tiere betreut, solange Besitzer arbeiten

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Kinder-Tagesstätten kennt man. Tagesstätten für Hunde mitten in der Stadt dagegen sind eher selten. Vor vier Jahren gründete Gabi Janßen (49) an der Bürgerweide (Borgfelde) einen Hort für Vierbeiner.
„Wir betreuen die Tiere tageweise, während Herrchen oder Frauchen arbeiten“, erklärt die ausgebildete Tierpsychologin und Hundeexpertin. Manchmal sind es auch Touristen, die ihren Vierbeiner in die Obhut von Gabi Janßen und ihren Mitarbeiterinnen Nicole Wrobel (33) und Ellen Stockmayer (39) geben, um Hamburg ohne Hunde-Begleitung zu erkunden.

Stammgäste

Zehn bis zwölf Hunde sind es werktäglich, die morgens zwischen 7.30 und 9 Uhr in der Tagesstätte abgegeben werden. „Rosi“ gehört zu den Stammgästen und kommt an fünf Tagen in der Woche in den Hort. Mit ihrer souveränen Gelassenheit ist sie der Chef im Ring. „Rosi“ ist zehn Jahre alt und ein Mischling.
Sie stammt aus Chicago, lebte dort in einem Tierheim, bevor Thomas (50) und Katharina Herbold (39) sie „adoptierten“ und vor fünf Jahren mit nach Deutschland brachten.
Herrchen und Frauchen arbeiten bei der Lufthansa in Fuhlsbüttel, „und da können wir unsere „Rosi“ leider nicht mitnehmen“, sagt Thomas Herbold. Und fügt hinzu: „Außerdem ist sie hier in der Kita deutlich besser aufgehoben, kommt so auch regelmäßig an die frische Luft!“
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Auch „Tammy“ hat einen „Migrations-Hintergrund“ – sie stammt aus einem spanischen Tierheim und wird nun seit 2012 dreimal wöchentlich in der Borgfelder Hundestube betreut. Frauchen Jennifer Skippe (45) aus Schwarzenbek – angestellt bei einer Krankenkasse in Bramfeld – ist froh, dass es diese Einrichtung gibt. „Das Zusammensein mit den anderen Hunden tut ihr gut, und Tammy geht morgens gerne in ‚ihren‘ Hort“.

An zwei Tagen allerdings bestehen die Eltern von Jennifer Skippe darauf, sich um den manchmal launischen Mischling zu kümmern. „Bismarck“, ein blonder Westhighland-Mix, kommt drei- bis viermal in der Woche in die „Hundestube“. Frauchen Berit Gansel (43), Hotelmanagerin in der City: „An den anderen Tagen kümmert sich ein Rentner aus der Nachbarschaft um den Kleinen - oder ich nehme ihn auch schon mal mit ins Büro.“ Karin Lopez (74) hat ihre „Lena“ gleich für zwei Wochen bei Gabi Janßen einquartiert, eine Komfort-Urlaubsbetreuung für „Lena“, während die Senior-Chefin des Restaurants „Casa Ricardo“ selbst in Spanien Urlaub macht. Der Hunde-Alltag in der Tagesstätte läuft nach einem festen Zeitplan ab.

Nicole Wrobel: „Um 12 Uhr fahren wir mit der ganzen Hundetruppe raus aufs Land, dort geht es für ein paar Stunden zum Auslaufen und Toben auf die eigens angepachtete Wiese.“ Diese Weide, rund 1.500 Quadratmeter groß und sicher eingezäunt, liegt 17 Kilometer vom Hort entfernt im Stadtteil Kirchwerder. Nach der Rückkehr geht‘s an die Fressnäpfe: Jeder Hund erhält sein von Herrchen oder Frauchen mitgebrachtes Futter. Anschließend, bis zum Abholen, ist Ausruhen oder Spielen angesagt.

Beauty-Behandlung

25 Euro kostet die Betreuung in der Tagesstätte pro Tag. „Das ist nicht ganz billig, aber durchweg alle Hunde in dieser überschaubaren Gruppe haben einen guten Charakter, sie kommen bestens miteinander aus“, meint Frauchen Jennifer Skippe. Übrigens: Wer möchte, kann seinem Vierbeiner im Hort eine Beauty-Behandlung gönnen, denn Nicole Wrobel ist nebenher auch noch Hundefriseurin. Und Hunde-Bademeisterin sowieso ...

Tel.: 040/2501075 oder info@hundestube-hamburg.de
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