Tempo 30 für Carl-Petersen-Straße?

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Pastor Karsten Mohr erläutert auf der Bürgerversammlung die Verkehrssituation in der Carl-Petersen-Straße. Über ein Jahr beobachtete „ImPuls“ die Straße Fotos: Jenssen
 

Bei Bürgerversammlung fordern Anwohner Verkehrsberuhigung und weitere Geschäfte

Von Martin Jenssen
Hamm. Ein Bummel durch die Carl-Petersen-Straße ist im Moment nicht unbedingt ein Vergnügen. Vor allem für Radler wird die Straße zur Qual. Die Radfahrer wissen nicht, ob sie auf der Straße fahren sollen, oder ob sie noch die kaputten Radwege benutzen müssen. Auf den Radwegen kommen sie immer wieder mit den Fußgängern in die Quere, auf der Straße werden sie vom starken Verkehr gefährdet, vor allem von zu schnell fahrenden Autos.
Auch das „Outfit“ der ehemals sehr belebten und beliebten Geschäftsstraße lässt zu wünschen übrig. Es gibt wenig Bänke zum Ausruhen. Fahrradfahrer haben kaum Möglichkeiten, ihre Räder sicher anzuschließen. Es gibt keine Straßencafés und zu wenig Parkplätze. Einige Geschäfte stehen leer.

50 Bürger planten mit

Das soll sich bald ändern. Auf einer von der Bürgerplattform „ImPuls“ einberufenen Bürgerversammlung sprachen sich die Anwohner der Straße für eine starke Verkehrsberuhigung aus. Die rund 50 Bürger, die zu der Versammlung erschienen waren, stimmten dafür, dass die Straße eine Tempo-30-Zone werden soll. Abgelehnt wurde dagegen der Vorschlag, das 440 Meter lange Teilstück der Carl-Petersen-Straße zwischen Sievekingdamm und Hammer Steindamm in eine Einbahnstraße umzuwandeln.
Die Anwohner erhoffen sich von der Tempo-30-Zone nicht nur eine Entspannung für Radfahrer und Fußgänger. Die Radfahrer können dann relativ ungefährdet die Straße benutzen. Auch der Durchgangsverkehr würde sich vermutlich erheblich reduzieren.

Vorschläge an Politik weiterleiten

Genaue Verkehrszahlen gibt es nur aus dem Jahre 2004. Damals fuhren rund 6200 Autos in 24 Stunden durch die Carl-Petersen-Straße. Im Jahre 2014 dürften es sehr viel mehr Autos sein. Eine Zählung von „ImPuls“ ergab: Allein in einer Stunde fuhren 30 Lkws durch den Straßenabschnitt zwischen Sievekingdamm und Hammer Steindamm.
Weitere Maßnahmen sollen zur Verkehrsberuhigung beitragen: Die Parkzeiten an einigen Stellen der Straße sollen beschränkt werden. Diese Maßnahme soll Dauerparker davon abhalten, die Straße als Park & Ride-Parkplatz zu benutzen. Sehr zum Ärger der Geschäftsleute stellen einige auswärtige Besucher der Hansestadt ihr Fahrzeug morgens in der Carl-Petersen-Straße ab, fahren dann mit der U-Bahn in die City, um dort zu arbeiten oder einzukaufen. Und erst am Abend machen sie den Parkplatz wieder frei.
Eine weitere Anregung zur Entspannung der Parksituation im Viertel um die Carl-Petersen-Straße ist der Vorschlag: Bau eines Parkhauses auf dem Gelände beim Edeka-Markt. Dort kommt es ab Herbst sowieso zu Umbauarbeiten, weil sich der Supermarkt vergrößert. Außerdem wünschen sich die Anwohner mehr Zebrastreifen, Straßencafés und vor allem wieder ein Fischgeschäft und einen großen Drogeriemarkt.
Die Mitarbeiter von der Bürgerplattform „ImPuls“ haben die Vorschläge gesammelt und werden sie nun an Politik und Verwaltung weitergeben. Die Bürgerplattform für das Stadtgebiet Hamm/Horn wurde im November 2007 gründet. Das Ziel von „ImPuls“: Die selbstbewusste und aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, um die Lebensbedingungen in ihrem Stadtteil zu verbessern.
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