Timotheus-Kirche erhält keine Solidarmittel mehr

Anzeige
Die Timotheus-Kirche in Horn steht unter Denkmalschutz Foto: fbt
Hamburg: Washingtonallee 65 |

Kirchenkreis-Ost degradiert Gotteshaus in Hamburg-Horn zum C-Gebäude. Pastor für mehr Ehrenamt

Horn Eine Liste aus dem Kirchenkreis-Ost sorgt für Unruhe in den Gemeinden. Auf dem Papier werden Kirchen in drei Kategorien einteilt. Die Timotheus-Kirche an der Washingtonallee gehört zu den Kirchengebäuden, die bei fälligen Sanierungen keine Unterstützung mehr vom Kirchenkreis Hamburg-Ost bekommt. Pastor Holger Beermann betont nun, die Einstufung seiner Kirche sei „lange bekannt“ gewesen. „Unsere Gemeinde befindet sich in einem Umbruchprozess“, sagt der Pastor. Dabei gehe es nicht nur um die Gebäudefrage, sondern auch um den Umstand, dass Timotheus mehr Ehrenamtliche brauche – etwa im Kirchengemeinderat, der am 1. Advent neu gewählt wird. „Die Gemeinde lebt doch vom Miteinander der Menschen“, sagt der Pastor. Der Theologe hofft, dass Timotheus auch weiter in den Stadtteil hineinwirken könne: Viele der Initiativen, die es in Horn gibt, haben in Timotheus begonnen. Und das Gebäude? Steht Timotheus nicht unter Denkmalschutz? „Genau“, sagt der Pastor. Die Frage, ob es bei Sanierungen Mittel aus Denkmalschutzfonds gebe, sei „zu theoretisch“ – Denkmale seien auch viele andere Hamburger Gebäude. Remmer Koch, Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost, sagt, es gebe drei Kategorien. A-Kirchen – etwa der Michel – seien „gesetzt“, B-Kirchen und -gebäude würden im Fall einer Sanierung mit Vergleich zu anderen Kirchen der Region betrachtet. C-Gebäude bekämen im Fall einer Sanierung keine Solidarmittel mehr. Eigentümer seien die Kirchengemeinden, der Kirchenkreis könne keine Kirche schließen. Bei der Einteilung spielen Gemeindeglieder, Erreichbarkeit, Sichtbarkeit eine Rolle. Die Kirchenkreissynode, also das Parlament in der Region, hat die Einteilung der Kirchen und Gebäude so beschlossen. „Niemand wünscht sich einen Abriss“, betont Koch, erwünscht sei die Nachnutzung durch andere, christliche Gemeinschaften oder für sozialdiakonische Zwecke. Energisch verwahrt sich Koch gegen den Begriff „Streichliste“ und fügt hinzu, es sei „nicht das Ziel, sich aus sozialen Brennpunkten zurück zu ziehen“. Laut Koch nimmt die Mitgliederzahl im Jahr um ein bis zwei Prozent ab, das größere Problem sei der demografische Wandel. Remmer Koch sagt auch, dass der Antrag auf die Entwidmung einer Kirche über den Kirchenkreisrat an die Landeskirche gehe. Eine beabsichtigte Schließung im Kirchenkreis ist aber vorerst Tisch. (fbt)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige