U-Bahn Legienstraße: Kommt das Alkoholverbot?

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U-Bahnhof Legienstraße: Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) hat im April davon gesprochen, ein Alkoholverbot auszusprechen Foto: Timm
 
U-Bahnhof Legienstraße: Eine erste Aufwertung der Station hat mit den neuen Ausgängen an der Legienbrücke stattgefunden Foto: Timm

„Trinkerszene“ und geschlossene Läden

Von Frank Berno Timm
Horn
Der U-Bahnhof Legienstraße bleibt optisch unter seinen Möglichkeiten. In der Verwaltung wird darüber nachgedacht, hier ein Alkoholverbot auszusprechen. Dabei ließe sich mit ein paar Eimern Farbe schon eine Menge verändern. „Abreißen und Neubauen wäre billiger“. So ganz meint das Jens Fesel, der gerade als Kunde am Lädchen vor dem U-Bahnhof Legienstraße steht, wohl nicht ernst, als er sich den U-Bahnhof anschaut. Aber er kann sich gut an die Zeit erinnern, als die Anlage hier errichtet wurde. Im April hatte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) auf einer Veranstaltung in St. Georg von Ideen gesprochen, an drei Orten im Bezirk ein Alkoholverbot auszusprechen – auch hier, denn hier ist ein bekannter „Trinkertreff“. „Es wäre ja schon was, wenn sie mal die Toiletten wieder aufmachen würden“, sagt Fesel auf die Frage, was er von solchen Vorstellungen halte. Hinter dem Kiosk, an der Stirnseite des Gebäudes, sind die Toilettentüren noch zu sehen. Und die Leute, die hierherkämen, „arbeiten alle“, fügt Fesel hinzu – sie träfen sich abends, um mal ein Bier miteinander zu trinken. Wenige Schritte entfernt sind Jalousien heruntergelassen. Dort, sagt Nachbar Fesel, habe es mal einen Bäcker gegeben – seit einem dreiviertel Jahr ist hier alles zu.

Ungepflegter Bahnhof


Nicola Kistenbrügger (Grüne) ist stellvertretende Vorsitzende des Billstedter Regionalauschusses der Bezirksversammlung Mitte. Dort sei ein mögliches Alkoholverbot noch kein Thema gewesen, sagt sie dem Hamburger Wochenblatt.
„Leider können wir nur auf die Freiwilligkeit des Handels setzen, ein Verkaufsverbot ist nicht möglich, aber Einschränkungen in der Ausgabe freiwillig schon“, erklärt die Grünen-Politikerin. Sie wolle das Thema in die Fraktionssitzung mitnehmen, fügt die Abgeordnete hinzu. Zurück an den U-Bahnhof: Insgesamt wirkt die Anlage benutzt und kaum gepflegt. Vor dem Eingang haben sich Trampelpfade quer über die Grasflächen gebildet, von den Stahlträgern am Dach blättert die Farbe ab, die Jalousie des ehemaligen Bäckers im Gebäude ist mit Graffiti versehen. Der Querbau – über den Gleisen, unter der Eingangsetage – ist unbenutzt, zwischen den weit auseinanderliegenden Bahnsteigen liegt an einigen Stellen Bauschutt, es sind offensichtlich die letzten Reste von der Bahnhofserweiterung, mit der die Station neue Ausgänge mit Aufzügen an der Legienbrücke bekam. In einer Nebenstraße am Bahnhof parken Autos aus allen möglichen Herren Länder, der Fahrradstand des Stadtrads ist am Freitagvormittag gut bestückt, eine kleine Siedlung mit schönen Häusern geht fast bis an die Gleise. Der Raum dazwischen soll bald die Waschanlage der neuen Hochbahn-Betriebswerkstatt aufnehmen (das Wochenblatt berichtete), die wird dann die Züge der Linien U2 (Mümmelmannsberg – Niendorf) und U4 (Billstedt – Hafencity) betreuen. Eine erste Aufwertung der Station hat mit den neuen Ausgängen an der Legienbrücke stattgefunden. Wer hier viel unterwegs ist, kann beobachten, dass sie ausgiebig genutzt werden. Hochbahnsprecherin Christina Becker bestätigt das und teilt mit, die Legienstraße werde täglich von 11.000 Fahrgästen frequentiert. Das Haltestellenumfeld sei in der Zuständigkeit des Bezirks. Es wäre im Sinne der Fahrgäste, „wenn die Trinkerszene sich nicht im Umfelde der Fahrgäste aufhalten würde“. Die Toiletten seien nicht öffentlich gewesen, weiß sie, sondern gehörten zu den Räumen des Geschäfts und des ehemaligen Backgeschäfts, das zukünftig von der Meisterei genutzt werde.
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