Verborgene Ampeln in Hamm

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Hier versteckt sich eine Ampel für Fahrzeuge, die geradeaus fahren oder rechts abbiegen möchten – nur wo? Foto: Krüger
 
Hinter der Hecke steht die Ampel Foto: Krüger

Signalanlage an der Caspar-Voght-Straße ist gut versteckt

Von Frank-Berno Timm
Hamm/Horn
Fährt man die Caspar-Voght-Straße in Richtung Sievekingsallee, so kommt man an kleinen Wohnblöcken mit gepflegten Balkonen vorbei, rechts ist eine Kita angesiedelt, und reger Fußgängerverkehr komplettiert das Stadtbild. An der Straße mit Kopfsteinpflaster darf und kann nicht schnell gefahren werden – das ist auch gut so, schließlich sind hier viele Kinder unterwegs. Doch etwas trügt das idyllische Bild. Möchte man die Kreuzung Caspar-VoghtStraße/Sievekingsallee geradeaus überqueren oder rechts abbiegen, fehlt augenscheinlich eine Ampel, die den entsprechenden Verkehr für Fußgänger und Autofahrer sicher regelt. Unfälle sind programmiert, denn dort, wo die Ampel zu erwarten wäre, hängt nur das Lichtzeichen für die querenden Fußgänger. Die Geradeausampel ist „um die Ecke“ an dem Mast der Fußgängerampel der Sievekingsallee angebracht. Allerdings ist diese erst unmittelbar vor der Kreuzung zu sehen – die große Hecke und Straßenschilder behindern zusätzlich die Sicht. Die Polizei erklärt, grundsätzlich sei der Straßenbaulastträger für die Aufstellung und Anbringung zuständig. Bei einer ordentlich aufgestellten Ampelanlage komme das Signal von rechts oder von oben, so Polizeisprecherin Tanja von der Ahé. Letzteres sei aber nicht absolut zwingend. Richard Lemloh von der Verkehrsrbehörde bestätigt die Angaben der Polizei, nach denen die Ampeln bundeseinheitlichen Vorschriften folgen. Die Caspar-Voght-Straße habe nach örtlicher Begutachtung eine gute Sichtbarkeit. Die vom Hamburger Wochenblatt beanstandete Ampel werde nun aber noch einmal überprüft und gegebenenfalls angepasst. Bis dahin gilt besondere Vorsicht, denn „jeder einzelne Standort wird zuvor auch auf seine Eignung geprüft. Dadurch ist ausgeschlossen, dass es zu Unfallschäden kommt, die monokausal darauf zurückzuführen sind, dass eine Lichtzeichenanlage (oder ein anderes Verkehrszeichen) gleichsam unsichtbar ist“, so Susanne Meinecke, ebenfalls Sprecherin der Behörde. Autofahrer sollten also besonders vorausschauend fahren, denn im Falle eines verschuldeten Unfalls haften sie.

Kein Einzelfall


Seit Monaten wird in der Bezirksversammlung Mitte weiterhin über eine Ampel an der Manshardtstraße diskutiert. Immer wieder, so die Beschwerden von Anwohnern, wird sie bei Rot überfahren. Betrachtet man die Anlage genauer, ist nachvollziehbarer, dass Autofahrer das Lichtzeichen zumindest in einer Richtung übersehen, denn auch diese Anlage ist schlecht zu sehen. Cristina Taborda kommt mit ihrem Hund an die Fußgängerampel an der Manshardt-/Stoltenstraße. Viermal am Tag überquert die blinde Frau die verkehrsreiche Straße. Nur wenige Augenblicke vorher ist ein Geländewagenfahrer auf der Manshardtstraße in Richtung Horner Rennbahn unterwegs – bei Rot überquert er die Ampel.
Dass die rote Ampel nicht respektiert wird, ist nicht das einzige Problem. Es fällt auf, dass das Lichtzeichen auf der Manshardtstraße in Richtung Horn abseits der Blickrichtung der Autofahrer montiert ist. Dieses Thema beschäftigt bereits verschiedene Gremien der Bezirksversammlung. Die Parlamentarier verlangten im Februar, dass die Sichtbarkeit der Ampel geprüft, Rotlichtverstöße kontrolliert und die Sicherheit erhöht wird. Aus der Vorlage geht weiter hervor, dass der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Ampel kontrolliert hat. „Im Ergebnis sollen zwei zusätzliche Signalgeber für den Fahrradverkehr angebracht werden“, heißt es. Auch eine Blindensignalisierung soll nachgerüstet werden – im vierten Quartal 2016. „Um eine Verbesserung zu erreichen, wird durch LSBG in Absprache mit Verkehrsdirektion 54 und uns jedoch ein Linksabbieger „Grün“ an der Lichtzeichenanlage montiert“, so Polizeisprecherin Tanja von der Ahé. Initiator des Antrags zur Manshardtstraße ist Tobias Piekatz, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD in der Bezirksversammlung Mitte. Dass die Ampel bei Rot überfahren werde, passiere den ganzen Tag, betont er. Vielleicht sei es möglich, auf beiden Seiten Ampeln aufzuhängen oder über den Autos. Richard Lemloh von der Verkehrsrbehörde zufolge ist an der Manshardtstraße eine zusätzliche Ampel an der linken Seite geplant, die noch 2016 installiert werden soll.
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