Von Billstedt nach Singapur

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Er wollte die Welt vom Fahrrad aus sehen – und hat viel erreicht

Weltenbummler John Hanson hat ein Buch über seine Tour veröffentlicht. Start war im Jahr 1956

Von Karen Grell
Billstedt

Mit dem Fahrrad von Billstedt bis nach Singapur fahren – das ist John Hanson bereits vor 60 Jahren gelungen. Lange behielt der heute mehr als 80-Jährige John Hanson seine Erinnerungen für sich, dann hat er sich doch entschieden, die Geschichte aufzuschreiben.

„Zuerst nur für Verwandte und Freunde“, so Hanson, doch deren Begeisterung für seine Geschichte überzeugte ihn am Ende davon, auch andere an seinen Abenteuern teilhaben zu lassen und ein Buch zu veröffentlichen. „Ich war ja auch nie ein Schriftsteller“, sagt der gelernte Bäcker und Konditor, der in Billstedt aufwuchs und heute in Berlin lebt. Die Idee zur spektakulären Fahrradtour um die halbe Welt kam von seinem Vater: „Das Fernweh habe ich von ihm geerbt.“ Und noch ein Ereignis brachte den Jugendlichen in die Pedale. Eine Wahrsagerin auf St. Pauli, zu der er mit den Plänen im Kopf damals gegangen war, prophezeite ihm eine lange Reise, bei der er weder ein Flugzeug, noch ein Schiff, die Bahn oder ein Auto benutzen würde: „Es blieb nur der Fußmarsch oder das Fahrrad.“ John Hanson entschied sich für das Rad.

Mit einem knallgelben Exemplar der Marke Dinos, 40 Kilo Gepäck und etwas mehr als 80 Kilo Körpergewicht startete er am 1. Juli 1956 von Billstedt aus in Richtung Singapur, begleitet vom Staunen und Kopfschütteln der Nachbarn. Ganz ungefährlich sollte seine Reise durch Asien nicht werden. Geplatzte Fahrradschläuche, schwere Krankheiten und sogar der Verdacht von Spionage, sollten den Anfang 20-Jährigen immer wieder ins Stocken bringen. Doch wer die Welt umrunden will, darf sich von nichts aufhalten lassen, sagte sich John Hanson immer wieder und kam nach zwei Jahren und vier Monaten in Singapur an.
Unterwegs konnte er viele verschiedene Menschen kennenlernen, auch mit nur geringen Englischkenntnissen. Er hat Stammesoberhäupter begrüßt, wurde viele Male mit viel Gastfreundschaft der Bewohner eingeladen und auch immer mal wieder „über’s Ohr gehauen“, sagt Hanson schmunzelnd, der zu Beginn seiner Tour schon in Italien die Hälfte seines Geldes für überteuerte Unterkünfte ausgegeben hatte – aber nicht aufgab.
John Hanson fuhr durch heiße Wüsten und über verschneite Pässe – und alles mit diesem einen Fahrrad, das er 2011 nun dem Technischen Museum in Berlin zur Verfügung gestellt hat.

Ausflug nach Australien

In Singapur angekommen, fuhr Hanson mit dem Schiff weiter bis nach Australien. Dort lebte er sechs Jahre lang, arbeitete im Bergbau und kehrte nach Berlin zurück. Alles, was John Hanson unterwegs erlebt hat, kann man jetzt auf knapp 300 Seiten in seinem Buch „Mit dem Fahrrad durch Asien“ lesen. Aus Tagebüchern und Aufzeichnungen von damals hat der Weltenbummler den Text zusammengestellt und eigene Fotos hinzugefügt, die er unterwegs gemacht hat.
Das Buch, das im Eigenverlag entstand und 26 Euro kostet, kann nur direkt beim Autoren unter Telefon 030/80 40 98 40 bestellt werden.
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