Von Profis in Hamburg lernen

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Bei der HipHop Gala auf Kampnagel zeigten die Teilnehmer, was sie können Foto: HipHop Academy

Schon 600 Kinder bei der HipHop Academy aktiv

Von Laura Schneekloth
Hamburg. Im großen Saal des Kulturpalastes Hamburg herrscht reges Treiben. Einige Kinder tanzen, andere gehen ihre Texte durch, auch einige Zuschauer haben sich bereits eingefunden. Um 17 Uhr soll es losgehen mit den Performances aus verschiedenen Bereichen der HipHop Academy. In etwa anderthalb Stunden Programm präsentieren Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten in den Bereichen Rap, Gesang, Tanz und Beatbox.

Den Anfang machen zwei Jungs, zehn und zwölf Jahre alt, die sogenannten „NewStyle“ tanzen. Danach folgt Rap. Die Texte der Jugendlichen behandeln eigene Erfahrungen und sind oft gesellschafts-kritisch und tiefgründig. Dreimal im Jahr findet dieser „Tag der offenen Tür“ statt. Einmal im Jahr gibt es außerdem
eine große Gala auf Kampnagel.

Durch die Veranstaltung führt „Mr. Schnabel“, der auch Coach bei der HipHop Academy Hamburg ist. „Die HipHopAcademy setzt auf Profis aus der Szene“, sagt Intendantin Dörte Inselmann. „Die Profis sind mehr als nur Trainer: Oft sind sie Vertrauenspersonen.“ Seit 2007 gibt es die HipHop Academy. Die Nachfrage der Jugendlichen im Stadtteil war da. Inzwischen nehmen über 600 Kinder und Jugendliche an dem kostenlosen Training teil, das an 35 Standorten in ganz Hamburg stattfinden.
Gefördert wird das Projekt zu 60 Prozent von der Stadt Hamburg, die restlichen Einahmen setzen sich aus Spenden von Privatpersonen und Unternehmen oder Stiftungen, sowie den Einnahmen der Academy durch Eintrittskarten, Auftritte, Workshops oder Auftragsarbeiten zusammen.

„Unser Ziel ist es, die Teilnehmer in ihren Talenten zu fördern. Da Billstedt ja einen etwas schwierigen Ruf hat, ist es uns wichtig zu zeigen, dass in den hier lebenden Jugendlichen ein großes Potenzial steckt,“ erklärt Inselmann.
Bei der Academy durchlaufen die Teilnehmer ein professionelles Ausbildungsprogramm in drei Stufen. In Level 1 darf jeder mitmachen, man kann sich ausprobieren und gucken, wo die individuellen Talente liegen. Im Level 2 werden diese Talente gezielt gefördert und ausgebaut. Im dritten Level werden die Fähigkeiten der Teilnehmer mit einem professionellen Anspruch weiterentwickelt.
Gemeinsam mit den Trainern werden Musikstücke und Performances erarbeitet. Weiterhin werden hier spezielle Workshops a

ngeboten, um die Teilnehmer in ihrer künstlerischen Entfaltung weiterzubringen. Außerdem gibt es das Ensemble, das momentan aus sieben Mitgliedern besteht. Diese verdienen ihr Geld mit HipHop. Einmal im Jahr gibt es für das Ensemble ein Tanztraining mit einem Starchoreograph, jedes Jahr tritt das Ensemble auf Kampnagel auf.

Um ein Level aufzusteigen kann man sich durch besonderes Engagement qualifizieren, sowie durch eine Trainerempfehlung oder ein sogenanntes „Boot-Camp“: Zwei Wochen lang dreht sich hier alles um HipHop. Außerdem gibt es Austauschprogramme mit Marseilles und Kopenhagen.
Vertreter der HipHop Academy pflegen zusätzlich regen Austausch mit Partnerinstitutionen in Ägypten, Russland, den USA oder China. Neben den Performancekünsten bietet die Academy auch Kurse in den Bereichen Producing, Graffity und DJing an.

Kontakt: Jörg Flehnert, Tel.: 040/8224568-18, E-Mail: j.flehnert@kph-hamburg.de
Esther Heumann, Tel.: 040/8224568-38, e.heumann@kph-hamburg.de
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