„Vorne dabei sein“

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Olaf Scholz zu Besuch beim 21. Jahrgang der Texterschmiede Foto: Tim Gerdts / wb

Fragestunde mit Bürgermeister Scholz über Digitalisierung

Von Johanna Landeck
Hammerbrook
Wird es in Hamburg bald WLan für alle geben? Vernichtet das digitale Zeitalter Arbeitsplätze? Diese und andere Fragen stellten die Schüler der Texterschmiede dem Hamburger Stadtchef persönlich – neugierig, ehrlich und mitunter schonungslos. Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz war einer Einladung der Akademie für Sprache, Kreativität und Markenkommunikation gefolgt, an der jährlich etwa 45 Texter ausgebildet werden. Rund eine Stunde lang fragten die Schüler den Stadtchef aus.

Profitable Medien?


So antwortete Scholz beispielsweise auf die Frage, inwiefern das moderne Hamburg in Zukunft digital sein werde: „Die Digitalisierung bedeutet gleichzeitig auch eine dramatische Veränderung. Wir wollen deshalb unter anderem den Service der städtischen Verwaltung verbessern.“ Allerdings fehle es aktuell noch an einer digitalen Strategie. Auch für die Medien, und nicht zuletzt für die Werbebranche, stelle die Digitalisierung eine zentrale Herausforderung dar: „Es geht um die Frage, wie der digitale Umbruch so genutzt werden kann, dass auch in Zukunft mit den Medien noch Geld verdient werden kann.“ Unter den Nägeln brannte den Schülern auch die Frage nach dem freien Internetzugang für alle. „Genau das setzen wir gerade um“, so der Bürgermeister. „Wir finden aber, dass die Kosten für ein freies WLan nicht auf Staatsschultern lasten dürfen, sondern privat finanziert werden müssen. Deshalb verhandeln wir gerade mit verschiedenen Anbietern wie der Telekom. Fest steht: Wir werden diesbezüglich kein Investment bezahlen.“
Zudem müsse der Gesetzgeber dafür sorgen, dass private Anbieter allgemeine Regeln einhalten. Als ein gutes Beispiel in Sachen Digitalisierung nannte der Stadtchef Estland: „Da müssen wir nochmal genauer hinsehen.“
Der Befürchtung, dass der digitale Wandel Jobs kosten könnte, stellte Scholz ein Beispiel aus früherer Zeit entgegen: „Bereits in den sechziger und siebziger Jahren hat es eine ähnliche Diskussion gegeben. Damals ging es um den Stückgutumschlag im Hamburger Hafen. Hätte es damals nicht die Entscheidung für die Container gegeben, dann hätte dies die Stadt einiges gekostet. Ich denke, man muss immer ganz vorne dabei sein.“ Überhaupt habe es in den vergangenen 150 Jahren im zuverlässigen Zehnjahres-Rhythmus die Prognose gegeben, dass bald „alle arbeitslos sein werden“. Passiert sei das bis heute nicht.

E-Mobilität ausbauen


Auch das Thema Stadtentwicklung landete während der Diskussionsrunde auf dem Tisch. „Wir wollen die Bereiche Carsharing und E-Mobilität in Zukunft noch weiter ausbauen“, so Scholz. Zudem würden zahlreiche S-Bahn-Stationen umgebaut und mit Stellplätzen für Fahrräder ausgestattet.
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