Wahlkreis Mitte deutlich an Kahrs

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Johannes Kahrs (SPD) kann sich über den Ausgang der Wahl freuen. Er wurde direkt in den Bundestag gewählt Foto: mt

SPD-Politiker holt Direktmandat mit 39,2 Prozent. Herbe Verluste für Grüne und FDP

Hamburg. Erst um 3 Uhr 15 verkündete der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Endergebnis. Ein klarer Wahlsieg für Kanzlerin Angela Merkel und die Union gegen SPD-Herausforderer Peer Steinbrück. Allerdings hat Merkel ihren Koalitionspartner verloren. Die FDP scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Ein Schock für die Liberalen, und als wäre es der Partei peinlich, waren schon in der Nacht auf Montag in weiten Teilen Hamburgs die Wahlplakate abgebaut. Auch in Hamburg liegt die FDP bei 4,8 Prozent. Die Grünen erreichten 12,6 Prozent und verloren gegenüber 2009 drei Prozent. Die CDU ist mit 32,2 Prozent der Zweitstimmen nicht mehr stärkste Partei an der Elbe, die SPD liegt mit 32,4 Prozent knapp vorn. Sehr zur Freude von Bürgermeister Olaf Scholz. „Wir konnten im Vergleich zu 2009 fünf Prozentpunkte zulegen und fünf Hamburger Wahlkreise gewinnen“, so der SPD-Landeschef, „das ist eine bemerkenswerte Leistung. Ich gratuliere den Direktkandidaten.“ Im Wahlkreis Mitte (Ergebnisse siehe rechts) erreichte Dirk Marx von der CDU 28,2 Prozent der Stimmen. Damit unterlag er klar dem bisherigen Gewinner des Direktmandates, Johannes Kahrs von der SPD. Kahrs bekam 39,2 Prozent und gehört damit zu den fünf SPD-erfolgreichen SPD-Direktkandidaten (nur Nord ging an Dirk Fischer, CDU).

Geringe Wahlbeteiligung

Der 49-Jährige Kahrs aus St. Georg will sich in Berlin für den Bau bezahlbarer Wohnungen im Wahlkreis Mitte einsetzen, aber auch für neue Kindergärten, sanierte Straßen und Radwege. Auffällig in Mitte ist eine vergleichsweise geringe Wahlbeteiligung (62,9 Prozent). Spannender war das Duell der Direktkandidaten von CDU und SPD in Wandsbek. Diesen Wahlkreis hatte 2009 Jürgen Klimke für die CDU gewonnen, doch statt seiner nominierten die Parteimitglieder Frank Schira als Kandidaten. Der 49-Jährige lag am Wahlabend zeitweise vorne, musste sich dann aber doch Aydan Özoguz geschlagen geben. Schira bekam 37,3 Prozent der Erststimmen in Wandsbek, Özoguz dagegen 39,9 Prozent.
Die 46-Jährige aus Oldenfelde zieht über das Direktmandat in den Bundestag ein, obwohl sie auch auf Platz 1 der Landesliste steht. Özoguz hatte im Interview mit dem WochenBlatt angekündigt, sie werde sich in Berlin dafür einsetzen, dass Familien und Senioren in Wandsbek auch künftig bezahlbare Wohnungen finden können. Außerdem will die SPD-Politikerin die Stadtteilkultur fördern. Besonders pikant für den unterlegenen Frank Schira: Sein Konkurrent innerhalb der Wandsbeker CDU Jürgen Klimke zieht erneut in den Bundestag ein – über die Landesliste. Insgesamt wird Hamburg von 13 Politikern in Berlin vertreten. Je fünf Abgeordnete stellen CDU und SPD, zwei die Grünen und einen die Linke.

Ja zum Netze-Rückkauf

Parallel zur Bundestagswahl wurde in Hamburg über den 100-prozentigen Rückkauf der Netze für Strom, Gas und Fernwärme abgestimmt. Ausgezählt wurden die gelben Zettel erst nach den Bundestags-Stimmzetteln, entsprechend spät stand das Ergebnis fest: Eine knappe Mehrheit von 50,9 Prozent sprach sich für den Rückkauf und damit gegen Bürgermeister Olaf Scholz, die CDU und die FDP in der Bürgerschaft aus. Nun ist der Senat am Zug. (rg/wb)
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