Warten auf bessere Luft

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Hermann Kleinert organisiert zusammen mit Müttern und Kindern ein gemeinsames Kochen in der RothenBurg Foto: Grell

Noch zuviele Schadstoffe in Wohnungen nach Bunkerbrand

Rothenburgsort Mehr als drei Wochen liegt der Brand in einem Bunker in Rothenburgsort in der Marckmannstraße zurück und noch immer können die Bewohner nicht in ihre Wohnungen zurück.
„Die Nerven liegen bei vielen blank“, weiß auch Clemens Thoma von der Immobilienfirma Frank-Gruppe, der für die Mieter seit dem Unglück der verlässliche Ansprechpartner vor Ort ist. „Aber Sicherheit geht vor und die betroffenen Wohnungen können erst wieder frei gegeben werden, wenn die Messwerte der Schadstoffe in einem Bereich liegen, der nicht mehr gesundheitsgefährdend ist.“ In Sachen Messungen fehlt vielen Mietern dabei die Transparenz der Behörden. Auch auf Nachfragen des Hamburger Wochenblattes beim Bezirksamt Mitte und der Frank-Gruppe, wurden keine konkreten Werte angegeben.

Transparenz gefordert


Laut Sorina Weiland, Sprecherin im Bezirksamt Mitte, werden die Ruß-Werte in den Räumen und Treppenhäusern den täglich kontrolliert. Auch Andreas Holznagel von der Initiative „Rothenburgsort sozial-stark“, der sich seit der Katastrophe für die Betroffenen einsetzt, bemängelt die fehlenden Auskünfte der Behörden. Weder sei klar, wie hoch die Schadstoff-Werte überhaupt seien, noch hätten die Bewohner einen Anhaltspunkt dazu, welcher Messwert erreicht werden müsse, um in die Wohnungen zurückkehren zu dürfen. „Momentan werden Wischwerte genommen“, so Clemens Thoma von der Frank-Gruppe. Seit der Abdichtung der Lüftungsschlitze im Bunker, hätte sich die Luftqualität rund um das Gebäude schon erheblich verbessert und auch die Reinigungsaktionen in der Straße und den Treppenhäusern hätten bereits begonnen. Besonders positiv sei zudem der Tatbestand, dass kein Dioxin nachgewiesen worden sei, so Thoma. Zurück in die Häuser könne man dennoch erst dann, wenn die Gesundheitsbehörde zustimme. Familie Umrik mit Mutter Maria und Alina (9) sind Mieter in einer der am stärksten betroffenen Wohnungen und zusammen mit vielen anderen seit dem Unglück in einem Hotel untergebracht. Seit ein paar Tagen nutzen beide das Mutter-Kind-Kochen im Kulturzentrum RothenBurg. „Für die Kinder ist es schlimm immer nur im Zimmer zu sitzen“, erzählt Maria. Besonders jetzt, wo die Schule wieder los geht, fehle es an allen Ecken. Schulranzen, Bücher, Turnzeug, Federtasche – alles liegt in der Wohnung und musste neu eingekauft werden. „Wir sollen alle Belege aufbewahren“, sagt Maria Umrik, die selber nicht genau weiß, wer am Ende für die zusätzlichen Kosten aufkommen wird. Tochter Alina und Freundin Jessica haben das Lachen trotzdem nicht verloren. Ein kleines bisschen Abenteuer ist die ganze Geschichte für sie. „Trotzdem sind wir langsam alle müde und wollen endlich wieder zurück nach Hause“,sagt Maria Umrik. (kg)

Anwohnerfest Bunkerbrand 29. August ab 14 Uhr in der Marckmannstraße 25
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