Warum Giftnebel austrat

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In den markierten Bereichen Fenster und Türen schließen! Kurz nach den Chemieunfall in Billbrook veröffentlichte die Hamburger Feuerwehr die Karte auf Facebook Quelle: KATWARN

Experten der Behörden: Firma Lubrizol soll Ursachen aufklären

Billstedt Der Regionalausschuss Billstedt beschäftigte sich mit dem Chemieunfall, der sich im August bei der Firma Lubrizol in Billbrook ereignet hatte. Die Anfragen der Regionalausschussmitglieder drehten sich dabei vor allem um die Frage der zukünftigen Vorbeugung solcher Zwischenfälle. Vom Amt für Immissionsschutz und Betriebe referierten Dr. Heinz Baumgarten und Dr. Martin Adam. Dr. Baumgarten erklärte, dass die Behörde eine Aufforderung an die Firma Lubrizol zur Ursachenaufklärung versandt wurde. Eventuell wird noch ein sicherheitstechnisches Gutachten angeordnet.
In der bis 1997 als Becker Chemie bekannten Produktionsstätte werden Zusätze für Metallbearbeitungsöle, Entschäumer für die Zuckerherstellung und Biozide für Öle (meist Metallverarbeitung) hergestellt. Dabei kommen an giftigen Stoffen unter anderem Borsäure und Cyanurchlorid, an entzündlichen Materialien Paraformaldehyd und Schwefel sowie weitere ätzende Chemikalien zum Einsatz. An jenem Tag bemerkte die Putzfrau eine starke Rauchentwicklung und alarmierte die Feuerwehr, die daraufhin mit 120 Mann anrückte. Der Betriebsleiter vor Ort stellte eine zu hohe Temperatur von 131 Grad aufgrund eines Überdrucks mit Austritt von Sprühnebel in Halle 2 fest. Als Ursache wird eine extreme Reaktion von Amin/Paraformaldehyd ohne eine adäquate Kühlung gesehen. Das ausgetretene Gas wird als gesundheitsschädlich bei Einatmen und Verschlucken klassifiziert. Die Dampfwolke zog am späten Abend bei schwachem östlichem Wind in Richtung Innenstadt. Daraufhin mussten 100 Gäste eines benachbarten Hotels evakuiert werden. 48 von ihnen hatten über Atemwegsreizung geklagt. Beschwerden kamen auch aus Eimsbüttel und der Hafencity. (cy)
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