Was sich 2017 für Verbraucher alles ändert

Anzeige
Anlässlich des Reformationsjubiläums ist Dienstag, der 31. Oktober 2017, in ganz Deutschland einmalig wieder ein Feiertag Grafiken: thinkstock/Kühn
 
Die zuletzt im Jahr 2011 gestiegenen Gebühren werden um 2,9 Prozent erhöht. Das führt zu einer durchschnittlichen Mehrbelastung der Haushalte von 7,08 Euro pro Jahr Symbolfoto: thinkstock

Gebühren für Wasser, Müll, Energiekosten, Hartz IV, Unterhalt und vieles mehr: Der Wochenblatt-Ausblick nicht nur für Hamburger

Hamburg Das neue Jahr bringt den Menschen jede Menge Veränderungen und neue Gesetze – so viele, wie schon lange nicht mehr. 2017 wird, wenn man es aus finanzieller Sicht der Verbraucher betrachtet, ein teures Jahr. Aber es gibt auch viele Lichtblicke. Das Wochenblatt hat einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen ab Januar oder im Lauf des neuen Jahres für alle Hamburger zusammengestellt.

Mindestlohn

Zum 1. Januar wird der Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde angehoben. Änderungen ergeben sich dadurch unter anderem für Minijobber. Durch die Anhebung stehen ihnen jeden Monat etwa zwei Stunden weniger zur Verfügung, bis die 450 Euro erreicht sind. Ab einer Arbeitszeit von zwölf Wochenstunden wird es nun kritisch, denn der neue Mindestlohn führt dazu, dass sich bei dieser Arbeitszeit statt 438,60 Euro ein Monatsverdienst in Höhe von 456,14 Euro ergibt. Und das sprengt die monatliche Verdienst-
grenze für Minijobs.

Parkgebühren

Ab 1. Januar kostet das Parken pro Stunde 3 statt 2,50 Euro in der Zone I (Innenstadt), 2 Euro pro Stunde statt 1,20 Euro in der Zone II (Bezirkszentren) und 1 Euro pro Stunde statt 60 Cent in der Zone III (Außenbezirke). Das entspricht einer Erhöhung um 66,6 Prozent in den Zonen II und III beziehungsweise einem Plus von 20 Prozent in Zone I.

E-Scooter

Der HVV regelt die Mitnahme von E-Scootern in seinen Bussen künftig einheitlich. Ab Januar werden Fahrer von Elektromobilen überall im HVV-Gebiet mitgenommen, wenn sie zuvor eine kostenlose Schulung absolviert haben. Der E-Scooter muss außerdem vierrädrig sein, darf mit aufsitzender Person nicht mehr als 300 Kilogramm wiegen und nicht über 1,20 Meter lang sein. Termine für die Schulungen
erfahren Interessierte unter Telefon 725 94 186 sowie im Internet unter hvv.de

Telefonieren

Das Ende der Roaming-Gebühren steht bevor: Ab Mitte Juni 2017 dürfen Telekommunikationsanbieter in der EU keine Roaming-Gebühren mehr von ausländischen Nutzern verlangen. Auch Daten- und Zeitlimits soll es nach den aktuellen Planungen der EU-Kommission nicht geben.

Radfahrer

Ab 1. Januar müssen sie die Ampeln für Autofahrer beachten, falls kein Lichtzeichen für Zweiradfahrer vorhanden ist. Bisher galten die Fußgängerampeln.

Gehwegreinigung

Die Gebühr für Wege, die laut Wegeverzeichnis von der Stadtreinigung gesäubert werden, war von 2004 bis 2015 konstant. Sie steigt nun um vier Cent je Frontmeter bei wöchentlich einmaliger Reinigung. Für ein Mehrfamilienhaus mit 25 Metern Grundstückslänge zur Straße und sechs Wohnungen bedeutet dies je Mietpartei eine Kostensteigerung von 17 Cent pro Monat oder zwei Euro pro Jahr.

Sielbenutzung


Erstmals seit 2012 werden die Gebühren angehoben. Die Erhöhung um 2 Cent pro Kubikmeter (1 Prozent) führt für einen Durchschnittshaushalt zu Mehrbelastungen von 1,44 Euro pro Jahr.

Wasser

Trinkwasser wird zwei Prozent teurer, Abwasser um einen Prozent. Die Gebühren, die die Stadt von Grundeigentümern für jeden versiegelten Quadratmeter Grund erhebt, bleiben vorerst die gleichen.

Hausmüll


Die zuletzt im Jahr 2011 gestiegenen Gebühren werden um 2,9 Prozent erhöht. Das führt zu einer durchschnittlichen Mehrbelastung der Haushalte von 7,08 Euro pro Jahr.

Pflege

Im Rahmen der Pflegereform kommt es ab Januar 2017 zu weiteren Veränderungen. Anstelle der bisherigen drei Pflegestufen gibt es künftig fünf Pflegegrade, die meisten erhalten durch die Umstellung monatlich mehr Geld. Im stationären Bereich wird ein Einrichtungseinheitlicher Eigenbetrag eingeführt. Um die Pflegereform zu finanzieren, werden die Beiträge erhöht. Der Beitragssatz der Pflegeversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent, für Kinderlose auf 2,8 Prozent.

Umzugspauschale

Wer berufsbedingt umziehen muss, kann die Kosten dafür steuerlich geltend machen. Im Februar 2017 erhöhen sich die Beiträge für die Umzugspauschale für Paare und Singles. Aber auch Beträge für weitere Familienmitglieder (etwa Kinder) können umfangreicher als bisher in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Unterhalt

Trennungskinder in Deutschland haben ab Jahreswechsel Anspruch auf mehr Unterhalt. In der neuen, bundesweit angewendeten „Düsseldorfer Tabelle“ werden die Mindestbedarfssätze von unterhaltsberechtigten Kindern am
1. Januar erhöht. Der Selbstbehalt von Unterhaltspflichtigen steigt hingegen nicht.

Energiekosten

Nach einem Jahr praktisch ohne Steigerungen geht es für Millionen Haushalte beim Strompreis zum Jahresanfang wieder spürbar nach oben. Um runde 50 Euro pro Haushalt soll der Strom teurer werden. Vor allem die Kosten für die Stromnetze steigen dabei stark an. Aber auch die Energiewende spielt bei der Erhöhung des Strompreises eine Rolle.

Fernsehen

In der Nacht zum 29. März wird das Signal von DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben. Und: Wer Privatsender gucken will, muss zukünftig zahlen.

Steuern

Mit dem neuen Steuerjahr gelten neue verlängerte Fristen für die Abgabe: Bis zum Juli des Folgejahres muss die Steuererklärung eingereicht werden, es sei denn, es wird ein Steuerberater beauftragt. Für diesen ist das Fristende auf den 28./29. Februar des übernächsten Jahres festgesetzt. Zudem gibt’s Änderungen beim Grundfreibetrag, der um 168 Euro auf 8.820 Euro steigen soll.

Hartz IV


Für Kinder von sieben bis 14 Jahren steigt der Regelsatz von 270 auf 291 Euro, für Erwachsene von 404 auf 409 Euro. Paare erhalten künftig 368 statt 364 Euro pro Person. Jugendliche von 15 bis 18 Jahren erhalten wie die Erwachsenen fünf Euro mehr im Monat und damit 311 Euro. Für Vorschulkinder ist keine Erhöhung geplant.

Renten

Nach derzeitigem Stand können Rentner Mitte 2017 mit bis zu zwei Prozent mehr Rente rechnen. Endgültige Zahlen gibt es erst im März. Ältere Arbeitnehmer bekommen 2017 durch die neue Flexi-Rente mehr Möglichkeiten für einen flexiblen Übergang in die Rente. Heute drohen drastische Kürzungen bis zu zwei Drittel der Rente, wenn jemand mit 63 in Rente geht und mehr als 450 Euro im Monat dazuverdient. Künftig soll es für den Hinzuverdienst nur noch eine Obergrenze von 6.300 Euro im Jahr geben - und dann gilt die Regel: 40 Prozent des darüber liegenden Zuverdienstes wird von der Rente abgezogen.

Leiharbeit

Ab 2017 tritt das Arbeit-nehmerüberlassungsgesetz in Kraft. Nach eineinhalb Jahren muss ein Arbeitnehmer fest eingestellt werden – es sei denn, er wird durch einen anderen Mitarbeiter ersetzt. Nach neun Monaten sollen Leiharbeitnehmer den gleichen Lohn erhalten wie die Stammarbeitnehmer.

Altpapier

Das Altpapier gehört nur nochin die blaue Tonne. Zum 1. Januar wird auch in den letzten Stadtteilen die Möglichkeit eingestellt, Papierbündel einfach einmal wöchentlich an den Straßenrand zwecks Abholung zu legen.

Reformationstag

Anlässlich des Reformationsjubiläums ist Dienstag, der 31. Oktober 2017, in ganz Deutschland einmalig wieder ein Feiertag. Denn an diesem Tag jährt sich die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg zum 500. Mal. Ein Grund zum Feiern – und ein Anlass zum „Brückenbau“ im Urlaubskalender.

(to/wb)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige