Wenn bunte Bilder stören

Anzeige
Hildegard Jürgens, Billstedterin und Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, ärgert sich über die sinnlose „Kunst“ in ihrem Stadtteil. Fotos: Neschki

...und was man dagegen tun kann

Billstedt. Wer hat sie nicht schon einmal gesehen, die zum größten Teil hässlichen Schmierereien – in Fachkreisen Graffiti genannt – von zweifelhaft künstlerischem Wert, die die Besitzer von Immobilien, ob Firmen, Vereine oder Wohnungsbaugesellschaften schier zur Verzweiflung bringen.

So empfinden viele Bürger, unter anderem auch die Billstedter SPD-Vorsitzende Hildegard Jürgens: „Während viele Graffiti künstlerisch aufwendig gestaltet sind und sogar
eine Botschaft haben, handelt es sich bei solchen Schmierereien schlichtweg
um Vandalismus, der den Stadtteil verschandelt.“
Besonders an neuen oder frisch renovierten Gebäuden ist dieses Phänomen besonders ärgerlich. Nun ist Billstedt nicht unbedingt Hochburg der Graffiti-Sprühereien. Trotzdem brauchen die Geschädigten – man spricht in Deutschland von jährlich 250 Millionen Euro für die Entfernung der Schmierereien – auch hier fachlichen Rat, wenn es um deren Beseitigung geht. Lösungsmittel sind in in der Regel und diesem Falle erst recht keine Lösung, denn das Mauerwerk kann, ohne dass die Zerstörung sofort sichtbar wird, beschädigt werden. Von der Umweltgefährdung einmal abgesehen. Wie aber können Graffitis verhindert werden? Bei verputzten Mauerwerken bieten sich farbliche Gestaltungen an, siehe Kattensteert Ecke Schiffbeker Weg. Ein Wandbild nimmt Sprayern unter Umständen die Wirkungsmöglichkeiten.
Eine andere Möglichkeit ist, nach der Reinigung der Wand und neuer eigener Bemalung, eine Schutzschicht auf das Mauerwerk aufzutragen. Diese verhindert das Eindringen von weiterer Farbe in das Mauerwerk, so dass sich spätere Schmierereinen einfacher entfernen lassen. Die beste Alternative allerdings sind Rank- und Kletterpflanzen wie Efeu oder wilder Wein. Damit lassen sich Freiflächen in wunderschöne grüne Wände verwandeln. Diese steigern nicht nur den Wohnwert einer Immobilie, sie hebt auch das Wohlbefinden der Be- und Anwohner.
Präventiv aber sollte den „Künstlern“ klargemacht werden, dass ihre Bilder nur auf Leinwänden einen Mehrwert haben. Denn diese können verkauft werden. Sofern es denn Kunst ist. Nur wo beginnt Kunst? Antwort: Ganz sicher nicht auf Hauswänden, die einem nicht gehören. Alles andere ist frei Interpretierbar. (mn)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige