Wenn zwei sich streiten...

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Übervoller Mülleimer am Busbahnhof Borgfelde: Hochbahn und Bezirk streiten sich, wer für die Entleerung zuständig ist Foto: wb

...bleibt der Eimer voll. Hochbahn und Bezirk uneins

Von Frank Berno Timm
Borgfelde
Eine Posse spielt sich derzeit um einen simplen Papierkorb in Borgfelde ab. Den schick erneuerten Busbahnhof an der Burgstraße ziert ein Behältnis, für das sich weder Hochbahn noch Bezirk zuständig fühlen – also bleibt er eben dreckig. Wer – guten Traditionen folgend – seinen unterwegs erworbenen Unrat in aufgestellte Blechbehältnisse entsorgt, macht sich um die Zukunft des leer gegessenen Schokoladenpapiers normalerweise keine Gedanken mehr. Was aber, wenn es Wurzeln schlägt?
Mit Bananenschalen, Kippen und anderen Resten unseres Wohlstands zu einer elend stinkenden, im Aggregatzustand eher schleimigen Jauche erodiert? Nein, das ist nicht übertrieben. Das Hamburger Wochenblatt fand in den letzten zwei Wochen bei zwei eher zufälligen Stichproben einen Papierkorb auf dem westlichsten, äußersten Punkt des erneuerten Burgstraßenbahnhofs in exakt diesem Zustand vor. Überfüllt, dreckig und im höchsten Maß unappetitlich. Unglücklicherweise ist das kein Einzelfall, aber das ist eine andere Geschichte.
Zum Borgfelder Dreckbehälter entspann sich eine Recherche, die schlicht possenhaftes Verhalten zutage förderte. Das Gelände, so Sprecherin Sorina Weiland, sei zwar im Eigentum des Bezirks Mitte, im Rahmen einer vor langer Zeit geschlossenen Vereinbarung aber an die Hochbahn vergeben worden, die Papierkorbleerung sei strittig.
Die Uneinigkeit bestätigt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum und fügt hinzu: „Aus unserer Sicht ist die Sache klar, da für den Papierkorb keine Sondervereinbarung gilt“. Diese sei notwendig, wenn sich der Papierkorb „nicht unter unserem Dach“ befinde. Allein schon die äußere Gestaltung des Behältnisses sei auffällig – es sei wohl von der Stadtreinigung? Also auch dort gefragt: Bis auf ganz wenige Ausnahmen, antwortet Andree Möller aus der Presseabteilung der Stadtreinigung, seien die Papierkörbe des Unternehmens rot, dieser gehöre „in keinem Fall“ der Stadtreinigung Hamburg. Der Leser mag sich seinen Reim machen. Und einstweilen den Unterwegsunrat mitnehmen, bis die Kombattanten sich geeinigt haben.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 17.12.2015 | 16:14  
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