Wer hilft bei der „Tafel“?

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Ehrenamtliche Mithilfe gefragt: Brote belegen und Suppe kochen fürs Winternotprogramm Foto: WNP/Repro: wh

Sozialbehörde: Obdachlose trotz Flüchtlingen nicht aus den Augen verlieren

Hamm/Horn Zwei frühere Schulen in der Hammer Straße und in der Weddestraße sowie eine Wohncontainer-Einrichtung am Grünen Deich dienten im vergangenen Winter als Unterkünfte für Obdachlose. Doch seit Sommer sind dort Flüchtlinge untergebracht. Dennoch stehen für das kommende Winternotprogramm zwischen November und März rund 850 zusätzliche Übernachtungsplätze zur Verfügung. Gestellt werden sie von der Stadt, Kirchengemeinden und beteiligten Institutionen. Das teilte der scheidende Sozialsenator Detlef Scheele zum Ende seiner Amtszeit mit.

Neue Standorte für das Winternotprogramm


Zwar stelle die sprunghaft anssteigende Zahl von Flüchtlingen eine große Herausforderung dar. „Trotzdem verlieren wir die Obdachlosen nicht aus dem Blick“, sagte Scheele, der am 1. Oktober die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) verlassen hat und in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit wechselt. Nachfolgerin ist Melanie Leonhard, bisher Vizechefin der SPD-Bürgerschaftsfraktion.
Immerhin gelang es, neue Standorte für das Winternotprogramm zu finden: In einem leerstehenden Verlagsgebäude am Schaarsteinweg 14 werden 350 Schlafplätze, auf dem Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule an der Norderstraße – hinter dem „Kollektiven Zentrum“ – weitere 400 Schlafplätze in Wohncontainern geschaffen. Aufgrund der zentralen Lage der neuen Standorte erübrige sich jetzt ein Bus-Shuttle. Zusätzlich rund 100 Plätze stellen Kirchengemeinden und Institutionen zur Verfügung.
Vor 23 Jahren wurde das Winternotprogramm eingerichtet, um obdachlose Menschen vor dem Erfrieren zu schützen. Ansonsten stehen ganzjährig Anlaufstellen zu ihrer Unterstützung bereit, so etwa Tagesaufenthaltsstätten, Bahnhofsmissionen, Straßensozialarbeit, Essensausgabe, ebenso mobile medizinische Hilfe und Krankenstuben.

Zuwanderer aus der EU nicht zugelassen


Allerdings sind Zuwanderer aus EU-Staaten in öffentlichen Unterkünften nicht wohnberechtigt. Obdachlose EU-Bürger können sich ganzjährig an den Träger „Hoffnungsorte Hamburg“ wenden, er berät Menschen ohne Leistungsanspruch. Das Projekt PLATA informiert über die Rückreise ins Heimatland. Info: www.hamburg.de/obdachlosigkeit. Angesichts von mehr als 1.000 Menschen, die auf Hamburgs Straßen leben, sucht der Förderverein „Winternotprogramm für Obdachlose“ (WNP) dringend Freiwillige, die im kommenden Winter bei der Versorgung von Obdachlosen helfen.
Die Einrichtungen im Schaarsteinweg und in der Norderstraße seien von 17 bis 9 Uhr geöffnet. Die Unterbringung werde zwar von der Stadt finanziert, ein Abendessen für die Obdachlosen sei jedoch nicht vorgesehen.
Deshalb sucht der Förderverein täglich ab 16 Uhr vier bis fünf Freiwillige, die belegte Brote und warme Suppen aus Lieferungen der „Hamburger Tafel“ zubereiten und ausgeben. Wichtig seien Ehrenamtliche, die regelmäßig an festen Wochentagen mithelfen können. (wh/wb)

Kontakt unter Telefon: 0170-29 45 630 oder info@winternotprogramm.de. Weitere
Infos: www.winternotprogramm.de
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