Wer pflegt die Garten-Ecke?

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Freude an Blühendem: Hildegard Au sucht einen Pflanzenfreund als Nachfolger Fotos: Christa Möller

Hildegard Au gärtnert für den Stadtteil. Jetzt sucht sie einen Nachfolger

Von Christa Möller
Hamm Hildegard Au hat’s gern bunt. In ihren Blumenkästen blühen lila Petunien neben orangefarbenen Begonien und anderen Blumen – und sie freut sich jeden Tag an der Farbenfreude gegenüber ihrer Wohnung, das sie vom Balkon aus gut im Blick hat. Hier wachsen Lichtnelken, Farn, Wachholder, Rosen, Hibiskus, Rhododendren und sogar eine Schuppentanne. Das Grün am Elisabethgehölz ist nicht das Werk fleißiger städtischer Gärtner: Die 73-Jährige hat hier selbst Hand angelegt.
Der Anblick der verwilderten Grasfläche, die bei den Hunden im Stadtteil Beliebtheit genoss, störte sie. Als vor zehn Jahren eine Balkonsanierung anstand und deshalb die Pflanzen vorm Haus umziehen mussten, griff sie beherzt zu Spaten und Harke und pflanzte ihre Lieblinge um – mit bezirklicher Genehmigung.

Unterstützung gesucht

Für die Verwandlung der „Gartenschmutzecke“ in ein kleines Juwel hatte sie in der Nachbarschaft um Unterstützung geworben. Letztlich halfen nur ihre Tochter und die Enkelin beim Neugestalten der etwa 80 Quadratmeter großen Fläche. Auch die Finanzierung der Pflanzen und die Wasserkosten trägt Hildegard Au. Allerdings bekam sie auch aus der Nachbarschaft einige Pflanzen geschenkt. „Sehen Sie, hier drunter ist nur Schlacke“, zeigt sie auf die gelungene Bepflanzung, die sich nicht so ohne weiteres verwirklichen ließ. „Mein Sohn hat mit einem Transporter wagenweise Blumenerde angekarrt, sonst hätte ich hier nichts pflanzen können.“ Verschlungene Wege erschließen die Fläche, auf der jetzt Blumen und Bäume gedeihen, ebenso wie eine Magnolie. „Die ist schon 35 Jahre alt und hat in Rahlstedt in meinem Garten gestanden.“
Manche Blumen gedeihen so üppig, dass sie im Zaum gehalten werden müssten, damit sie den anderen nicht Luft und Licht rauben, so etwa die Herbstanemonen und der Phlox. Doch Hildegard Au hat die Kraft nicht mehr. Jäten und Stauden teilen, Umpflanzen, schneiden, hacken, das fällt der 73-Jährigen mittlerweile schwer. Deshalb sucht sie dringend einen Gartenliebhaber, der ihr erfolgreiches Werk weiterführt. . Dabei erfreut sie sich natürlich nicht allein an dem gepflegten Grün: „Hier ist immer Betrieb“, stellt Hildegard Au mit Blick auf einige Passanten zufrieden fest. Einmal im Jahr lädt sie zum Gartenfest in der Gartenschmuckecke. Die Nachbarn geben eine kleine Spende für das Essen – verdienen will sie daran nicht.
Interessierte melden sich bei Hildegard Au unter Tel. 040 – 210 23 29
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