Wie Hundini am Kühlschrank

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Kater Willi erzählt aus seinem Leben Grafik: wb

An dieser Stelle schreibt jede Woche Kater Willi. Diesmal über (Mahl-)Zeit

Hamburg Im Stechschritt eilt die Frau, die in meinem Haus wohnt, wieder mal an mir vorbei. „Vorsicht, Willi, Pfötchen weg!“, ruft sie mir immerhin freundlich zu. Merke: Wer schnell unterwegs ist, muss besonders die Augen öffnen, um die anderen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Ich mag Fischgrätmuster


Apropos: Leute, lasst euch doch mal etwas mehr Zeit! Oder nehmt sie euch einfach. Diese italienische Hauptstadt ist doch auch nicht in einem Tag gebaut worden. Klingt leicht, ist tigerschwer, wird jetzt mancher sagen. Aber die Erkenntnis ist doch schon mal ein Anfang, oder? Mein Katermotto ist: So viel ich brauche. Zeit und Mahl-Zeit. Neben der nötigen Ruhe und Wärme auf meinem Kuschelplatz ist der Futternapf das Wichtigste. Er hat übrigens ein Fischgrätmuster. Also auf seinem Boden ist ein Fisch mit Gräten abgebildet.
Inzwischen habe ich gelernt, dass diese Schale des Entzückens immer voll wird, wenn die Frau, der Mann oder der Junge, die in meinem Haus wohnen, den Kasten mit der weißen Tür öffnen. Dann geht da drin ein magisches Licht an! Und... hier bitte nicht neidisch werden... heraus kommen manchmal Köstlichkeiten wie Rinderherz oder Hühnermägen!
Ärgerlicherweise krieg‘ ich die weiße Tür bisher nicht selbst auf. Aber ich kann Hypnose wie dieser berühmte Hundini oder wie der hieß. Das funktioniert so: Ich setze mich vor den Kasten und warte. Warte, bis die Frau, der Mann oder der Junge mich ansehen: „Na, kleiner Willi, willst du ein bisschen hinter den Öhrchen gekrault werden?“ Kein schlechtes Angebot, darüber sollte man nachdenken. Aber halt! Es geht ja um Wichtigeres.

Die Position des Einschmeichelns


Ich nehme also Position ein. Vorderpfötchen artig nebeneinander. Und dann: Schmeichelnd gucken von unten nach schräg oben wie ein Katzenbaby unterm Weihnachtsbaum. Dabei denke ich ganz fest an die hypnotische Formel: „Öffne die Tür, öffne die Tür...“ Das wirkt fast immer. Dass der Mittagsschlaf nach dem Essen inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Eigenschaften steht, kann einer überhaupt nicht verstehen, nämlich Euer Willi.

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