Winternotprogramm Hamburg sucht Helfer

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Freiwillige vom „Förderverein Winternotprogramm für Obdachlose“ sorgen dafür, dass es zumindest eine warme Mahlzeit am Tag gibt Foto: Heike Günther

„Förderverein Winternotprogramm für Obdachlose“ braucht dringend ehrenamtliche Unterstützung

Von Sonja Schmidt
Hamburg
Noch knapp drei Monate, dann legt sich der Winter über Hamburg – und hunderte Menschen ohne feste Bleibe stehen vor Notunterkünften Schlange, um einen Schlafplatz für die Nacht zu ergattern. Das Winternotprogramm in Hamburg läuft vom 1. November bis 30. März, die Planungen für den Erfrierungsschutz laufen auf Hochtouren.Wie viele Übernachtungsgelegenheiten es genau geben wird, stehe zwar noch nicht fest, heißt es von der Sozialbehörde. Geplant aber seien wieder zentrale Unterbringungen am Standort Norderstraße/Münzstraße (mind. 400 Plätze) sowie um den Standort Schaarsteinweg (mind. 350 Plätze). Darüber hinaus liefen bereits Gespräche mit Kirchengemeinden und weiteren Einrichtungen. Zu den ehrenamtlichen Unterstützern gehört auch der „Förderverein Winternotprogramm für Obdachlose“. Seit zehn Jahren engagiert sich der Verein für Hamburgs Obdachlose und weil die Stadt lediglich die Unterbringungen im Winter finanziert, packen ehrenamtliche Bürger bei der Essensausgabe mit an. In Teams kümmern sich Freiwillige täglich darum, Suppen zuzubereiten, Brote zu schmieren und warme Gerichte anzureichen. Finanziert wird dies durch Geldspenden aus der Wirtschaft, vom Spendenparlament, Bürgern oder auch durch Nahrungsmittelspenden von der „Hamburger Tafel“. Zur Unterstützung sucht der Förderverein noch dringend freiwillige Helfer, die ab November regelmäßig ein bis zweimal pro Woche mit anpacken wollen. Freiwillige wie Vereinsmitglied Sören Lombard, der in diesem Jahr zum vierten Mal aushilft. „Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht und man kriegt häufig ein Dankeschön von den Obdachlosen zurück, der Umgang ist sehr herzlich“, berichtet er.

„Duschen reichen nicht“


Etwa 2.000 Menschen leben in Hamburg offiziell auf der Straße. Im vergangenen Winter stockte die Stadt die fast vollständig ausgelasteten Unterkünfte von 890 Plätzen im November 2015 auf 1.040 Schlafplätze im Januar 2016 auf. „Wir gehen davon aus, dass das Winternotprogramm auch dieses Jahr wieder gut ausgelastet sein wird und genügend Plätze zur Verfügung stehen“, erklärt Pressesprecherin Susanne Schwendtke von fördern & wohnen, dem Träger der öffentlichen Unterbringungen in Hamburg. Wenn die Unterkünfte tagsüber schließen, sind Sozialarbeiterinnen wie Gunda Schütt gefragt. Die 49-Jährige arbeitet beim Sozialdienst Katholischer Frauen und ist für obdachlose Menschen aus Hamburg Mitte zuständig. Sie berät und begleitet die Menschen auf der Suche nach einer Wohnung und weiß: „Viele Menschen, die auf der Straße schlafen, geraten im Winter an ihre Grenzen. Das Problem ist, dass sie nur bis morgens in den Unterkünften bleiben dürfen. Und es gibt einfach nicht genügend Platz in den Tagesaufenthaltsstätten.“ Vor allem das Angebot an Duschen reiche bei weitem nicht aus. Bleibt abzuwarten wie das Konzept für den Winter aussehen wird. Derzeit werden die Standorte Münzstraße und Schaarsteinweg noch als Erstaufnahmeeinrichtungen genutzt. Bis Ende September ziehen diese in andere Unterkünfte um.

Freiwillige melden sich bei: Sören Lombard Telefon 0177/ 2627843 oder Markus Ruthemann Telefon 0151/ 235836 67. Der Förderverein auf Facebook. Weitere Infos: Winternotprogramm Hamburg
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