Wird alles prima mit Primark?

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Timo Herzberg (li., Geschäftsführer Signature Capital GmbH), Olaf Ley (Director Mergers & Acquisitions, ECE) und die Centermanagerinnen Ludmilla Brendel und Julita Hansen (re.) präsentierten auf dem Regionalausschuss ein mögliches Szenario für die Karstadtfläche Foto: cy

Billstedt Center: Textilkette übernimmt Teil der Karstadt-Fläche. Skepsis wegen Kundenfrequenz

Billstedt Als Nachfolgemieter von Karstadt im Billstedt Center ist, wie berichtet, die irische Textilanbieterkette Primark im Gespräch. Auf der letzten Regionalausschusssitzung Billstedt versuchten zwar die Verantwortlichen von Signature Capital (Vermieter der Karstadt-Fläche) und ECE (Vermieter gesamtes restliches Billstedt Center) zu betonen, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. In der Sache läuft es aber wohl auf diese Lösung hinaus. Vor der Neuvermietung sollen ein Umbau der Fläche und auch eine Renovierung der Außenfläche vorgenommen werden. Karstadt schließt seine Filiale im Sommer.

Weitere Interessenten für freie Flächen


Die rund 19.000 Quadratmeter große Karstadt-Fläche soll aber aufgeteilt werden und rund 9.000 Quadratmeter davon soll an Primark gehen – so jedenfalls war es in den Grundrissplänen aufgezeichnet, die auf der öffentlichen Sitzung vorgestellt wurden. Timo Herzberg, Geschäftsführer der Signature Capital GmbH, informierte
die Kommunalpolitiker ebenso über die weiteren Mietinteressenten auf der restlichen Fläche. So sei man in Gesprächen mit einem Sportartikelhändler, der vor Jahren aus dem Billstedt Center ausgezogen ist und nun mit der Aussicht auf eine größere Fläche zurückkehren würde. Auch ein Laden mit Heimtextilien, einer mit Kochutensilien und eine Bank mit einer größeren Filiale wären vorgesehen. Dafür muss aber die bisherige Karstadt-Fläche in mehrere Parzellen aufgeteilt werden. Die neuen Mieter könnten demnach ab Juli 2016 in das Billstedt Center einziehen. „Wir stehen zum Standort Billstedt und werden einen höheren Millionenbetrag in den Umbau investieren“, sagte Herzberg auf der Versammlung. Auf Anfragen, ob Karstadt an dem Standort noch zu retten sei, reagierte man eindeutig. Die wirtschaftliche Situation von Karstadt im Billstedt Center sei völlig unrentabel und ein Auszug der Warenhauskette aus dem Center definitiv.
Einige Kommunalpolitiker äußerten sich skeptisch zu den Plänen, einen Großteil der Fläche mit Primark besetzen zu wollen. Viele sehen darin einen Discount-Anbieter und fürchten um das Image des Billstedt Centers. Stattdessen wurde das Vorbild der Rindermarkthalle in Altona genannt, diese wurde aber von den Verantwortlichen mit dem Argument, dass die Einwohnerstruktur in Billstedt eine völlig andere sei, zurückgewiesen. „Primark bietet durchaus Qualität, aber zu interessanten Preisen“, so Olaf Ley, Director Mergers & Acquisitions von ECE. Die Ansiedlung von Primark habe sich in anderen Centern, etwa in Köln, sehr positiv ausgewirkt. „Primark schafft Kundenfrequenz. In einem Center in Deutschland ist sie von 17. 000 Besuchern am Tag auf 50. 000 hochgeschnellt, nachdem sie eingezogen sind“, erläuterte Herzberg. Die lange Umbauzeit soll mit diversen Aktionen an der Baustelle überbrückt werden. So sind Bullaugen zum Beobachten des Fortschritts und Mal-Aktionen mit Schulen geplant. (cy)
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