Wird die Kreuzkirche verkauft?

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Die Kreuzkirche an der Billstedter Hauptstraße in Schiffbek Foto: fbt

Gemeinde mit zwei Kirchen zählt nur noch 5.000 Mitglieder. Versammlung am 13. April

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Die evangelische Kreuzkirche in Schiffbek könnte den Besitzer wechseln. Der Verkauf an die syrisch-orthodoxen Christen in Kirchsteinbek sei eine „mögliche Option“, sagt Pastor Gerhard Bothe. Doch offensichtlich regen sich in der Gemeinde Widerstände gegen die Pläne. Für den 13. April ist eine Gemeindeversammlung anberaumt worden. Es klingt ziemlich aufgeregt: Schon bald, heißt es in einer Mail von Heinrich König, die auch das Hamburger Wochenblatt erreicht hat, werde die Schiffbeker Kreuzkirche nicht mehr den Schiffbekern gehören. Generationen seien hier getauft, konfirmiert, von Ämtern und dem Leben verabschiedet worden, schreibt König, der lange Jahre im Kirchenvorstand in Schiffbek war. Das Gebäude müsse verkauft werden, sage die Nordkirche, weil sie für die Erhaltung so vieler Gebäude nicht aufkommen könne.
Von den Aramäern (Syrern), die mehr Geld hätten, ist die Rede und dem Umstand, dass die Gemeinde nach dem Verkauf dorthin weiter die Kirche nutzen könne, wenn auch möglicherweise gegen Gebühr. „Die Kirche macht sich selbst kaputt, das glaube ich immer mehr“. König fragt sich, wie denn ältere Leute in die Jubilatekirche, die zweite Gemeindekirche, zum Gottesdienst kommen sollen. Kirchgänger würden vergrault, sagt er.

Alle Optionen offen


Angehängt an die Mail von König sind Zeilen von Christoph Bohlen – er gehört dem Kirchgemeinderat, also dem Leitungsgremium der Gemeinde an. Klipp und klar lässt er wissen, dass er den Verkauf der Kirche und das Ende der regelmäßigen Gottesdienste in der Schiffbeker Kirche ablehnt. Und Bohlen informiert, dass am 13. April um 18 Uhr eine Gemeindeversammlung zu dem Thema stattfindet. Das Mitglied des Kirchgemeinderats fügt im Gespräch mit dem Hamburger Wochenblatt hinzu, ganz besonders störe ihn, dass der sonntägliche Gottesdienst in Schiffbek aufgegeben werden solle. Es sei „wichtig, dass wir uns davon nicht verabschieden“. Bohlen sieht durchaus, dass die Gemeinde Probleme mit zwei Standorten habe, als andere Option käme eine Erbpacht der Kirche in Frage. Es habe auch Überlegungen gegeben, eine Art Interessenbekundungsverfahren abzuhalten. Welchen Preis könnte man denn für die Kreuzkirche und die anliegenden Gebäude erzielen? „Dazu will ich mich nicht äußern“.

Mitgliederzahl sinkt


Der Schiffbeker Pastor Gerhard Bothe ist mit Informationen zu dem Thema ausgesprochen zurückhaltend,. Der Verkauf an die Aramäer sei eine Option, wirkliche Verkaufsgespräche hätten noch nicht stattgefunden. Offensichtlich hat die Schiffbeker Gemeinde, zu der auch die Jubilatekirche an der Merkenstraße gehört, ein Problem. Die beiden Gebäude, sagt Bothe, würden „uns in Zukunft überfordern“. Wenn die Kreuzkirche an die Aramäer übergehe, liege der Charme darin, „dass wir reales Geld bekommen“ und es weiterhin eine christliche Kirche im Stadtteil gebe, die man auch mit nutzen könne. Bothe hat vor 25 Jahren in Billstedt angefangen, damals waren es 11.000 Christen, heute sind es nach seinen Angaben 5.000, „in zehn Jahren werden es 3.000 sein“. Josef Aydin, Chef der Christlich-Aramäischen Gemeinde (CAG) in Billstedt, bestätigt, dass es Kaufsabsichten gebe – es sei ein Termin mit den Schiffbeker Kirchenvorstehern für diese Woche vereinbart worden.

Termin: Gemeindeversammlung am Mittwoch, 13. April um 18 Uhr in den Gemeindesaal in der Billstedter Hauptstraße 90
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