Wo ein Weg ist, ist auch ein Willi

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Kater Willi erzählt aus seinem Leben Grafik: wb

An dieser Stelle schreibt jede Woche Kater Willi. Diesmal über Barrierefreiheit

Hamburg „Willi ist der Meister…“, sagte die Frau, die in meinem Haus wohnt, morgens in der Küche. Ich schloss mit huldvoller Begeisterung die Augen. „…im Im-Weg-Stehen“, ergänzte sie seufzend. Hey, was ist das denn jetzt!? So kann man das nicht sagen. Ich platziere mich einfach gut sichtbar. Morgens beispielsweise nehme ich die Position vor der Schlafzimmertür ein. Damit die Frau, die in meinem Haus wohnt, hört, wenn ich rufe: „Mahahauuuuuu…“ Übersetzt heißt das: Her mit dem Frühstück. Und zwar sofort. Anschließend ist ein Stopp vorm Kühlschrank angesagt. Nur zur Sicherheit. Damit auch klar ist: Die Größe des Frühstücks ist unantastbar. Der Boden des XXL-Fressnapfs (Sie wissen schon, der mit der Fischgräte) muss zentimeterdick mit Köstlichkeiten bedeckt sein.
Fürs erste gesättigt, setze ich mich in Beobachtungshaltung in den Türrahmen zwischen Küche und Esszimmer. „Jetzt sitzt Willi schon wieder genau da, wo man über ihn drüberfällt“, schimpft die Frau, die in meinem Haus wohnt. Sie hat es nicht verstanden. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Und gestreichelt werden. Morgens ein paar Streicheleinheiten und der Tag ist geritzt. Gilt für alle Lebewesen. Dass ich angeblich öfters auf der Treppe im Weg sitze, ist ebenfalls ein Gerücht. Ich bin absolut für Barrierefreiheit – nur: ich sitze, also bin ich.
Wobei mir da die Geschichte von Kater Moritz einfällt. Der Mitpfötler wohnte auf einem Bauernhof in Bayern. Weil die alte Dame, die in seinem Haus lebte, ihn mangels Scharfsichtigkeit manchmal nicht bemerkte, gab sie ihn in gute Hände, um zu vermeiden, versehentlich über ihn zu fallen. Moritz hatte noch zwei glückliche Jahre bei einer anderen Dame, bei der er sich hinlümmeln durfte, wo er wollte. Inzwischen sitzt er ungestört auf einer Wolke im Katzenhimmel, das stellt sich vor, Euer Willi.

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